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Sprachpflege : Einwechselwörter gegen Anglizismen im Sport

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„Öffentliches Gucken” Bild: ddp

Die Zeitschrift Deutsche Sprachwelt hat beschlossen, dem Gebrauch von Anglizismen im Sport den Kampf anzusagen. Elf „Auswechselwörter“ wie „Keeper“ oder „Goalgetter“ wollen die Redakteure des Magazins auf die „Ersatzbank“ setzen.

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          Goalgetter oder Torjäger, Keeper oder Torwart? Und muß denn Public Viewing sein? Wie auch immer.

          Die Zeitschrift Deutsche Sprachwelt hat nun beschlossen, dem überbordenden Gebrauch von Anglizismen im Sport und der Berichterstattung darüber den Kampf anzusagen. Elf „Auswechselwörter“ wollen die Redakteure des Magazins auf die „Ersatzbank“ setzen.

          Schau'n-mer-mal-Platz

          Die „Car-Flag“, während der WM 2006 massenweise produziert, verkauft und an den Fensterscheiben eingeklemmt, solle doch bitte künftig als Autofähnchen bezeichnet werden. Ein „Chefscout“, so die Sprachpfleger, sei ein Spielerbeobachter, der „Keeper“ der Torwart und der „Goalgetter“ der Torjäger.

          Und ein „Referee“ sei nun mal im Deutschen ein Schiedsrichter oder ein Unparteiischer. „Teamspirit“ wiederum könne auch mit Mannschaftsgeist beschrieben werden. Durchaus spaßig ist der Vorschlag, eine „Public Viewing Area“ frei nach Franz Beckenbauer nunmehr Schau'n-mer-mal-Platz zu nennen.

          Sicht von gegenüber

          Beim Auswechseln von anderen Begriffen ist das „Einwechselwort“ aber auch nicht besser als der Anglizismus: Für „Last-Minute-Sieg“ etwa wird als deutsche Bezeichnung Torschlußsieg vorgeschlagen. Und die Verwendung von Knipser oder Torschützenkönig ist sogar falsch, wenn der „Topscorer“ gemeint ist.

          Interessant zu beobachten wird auch sein, wie das Fernsehen den Vorschlag der Sprachverbesserer aufnimmt. Bei Kameraperspektiven von der gegenüberliegenden Spielfeldseite soll in Zukunft nicht mehr der Hinweis „reverse angle“ zur Erläuterung eingeblendet werden, sondern die Variante: Sicht von gegenüber.

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