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Sport in der Corona-Krise : Traurige Abschiede ohne Party

  • -Aktualisiert am

Die Mitspieler lassen Mario Gomez zum Karriereende hochleben – vor leeren Tribünen. Bild: dpa

In der Corona-Krise müssen Sportler ihre Trophäe vor leeren Tribünen hochrecken. Noch schlimmer sind die stillen Abschiede. Zum Glück ist das Karriereende stets nur der letzte Eindruck. Was zählt, ist etwas anderes.

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          Es blutet einem das Herz, wenn Sportler ihre Siegestrophäe vor leeren Tribünen hochrecken müssen wie jüngst die Basketballer von Alba Berlin. Und an diesem Samstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky) wird es nach dem Pokalfinale der Fußballer nicht viel besser werden. Noch trauriger sind nur Abschiede. Wer ausgerechnet dieser Tage seine Laufbahn beendet, der wird um die verdiente Party gebracht.

          Alt-Torjäger Mario Gomez hat es zumindest geschafft, sich zum Abschied mit einem letzten Treffer für den VfB Stuttgart selbst zu feiern. Und vielleicht darf ja Fußball-Oldie Claudio Pizarro am Montag noch einmal für Werder Bremen sein Glück versuchen, bevor er sich still verabschiedet, was so gar nicht passt zu diesem fröhlichen Mann. Ein letztes Bad in der Menge wäre angemessener.

          Zum Glück ist das Ende stets nur der letzte Eindruck. Was zählt, ist das ganze Bild. Die Guten lassen Spuren zurück, das Nachglühen ihrer Brillanz, Echos von Begegnungen, Erinnerungen an einen flüchtigen Blick in ihre Seele. Und es ist sicher, dass sie fehlen werden. Trost spenden kann an dieser Stelle ausgerechnet der Fußball-Metzger der Woche: Alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

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