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Sport und Steuern : Zwischen Sein und Scheinen

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Großmarkt Fußball: Wo Geld ist, rollt der Ball Bild: Dieter Rüchel

Dass der französische Profifußball wegen der geplanten Reichensteuer ächzt, ist aus Deutschland betrachtet eine Nebensächlichkeit. Die Bundesliga ist in einer komfortablen Mittellage. Ein Blick über den Kontinent und die Ligen.

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          Der Tod lässt normalerweise niemanden kalt, aber dieses Sterben wird hierzulande zwar aufmerksam, aber eher gleichgültig verfolgt. Den „Tod des französischen Profifußballs“ hat Fréderic Thiriez an die Wand gemalt, und der ist als oberster Interessensvertreter der französischen Profiklubs ein Experte. Die von Präsident Hollande vorangetriebene Reichensteuer, die bei Einkommen über einer Million Euro mit satten 75 Prozent zugreifen soll und jede Menge Vereine und Spieler trifft, versetzt dem Fußball-Standort Frankreich einen heftigen Schlag an einer empfindlichen Stelle. Spieler wollen viel Geld verdienen, Vereine müssen hohe Gehälter zahlen, wenn sie wettbewerbsfähig sein wollen, da sind Abgaben in dieser Größenordnung geschäftsschädigend.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In den anderen großen Ligen steht beim Spitzensteuersatz in der Regel eine vier vorne, keine Sieben. Das ist auch in Deutschland so, wo man Hollandes finanzpolitischen Sturmlauf und die Schwächung einer benachbarten Liga entspannt verfolgt. Die schrumpfende Attraktivität anderer Spielklassen - zumal wenn diese ohnehin nicht gerade wie ein Magnet auf deutsche Profis wirken - wird bei Vereinen und Verbänden eher beiläufig zur Kenntnis genommen. Ob sie einem nützt, weiß keiner so genau, aber dass sie nicht schadet, ist sicher.

          „Wenn ich Spieler wäre, dann würde ich jetzt sicher nicht nach Frankreich wechseln“, sagt Gregor Reiter. „Die Entwicklung ist ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für die Liga dort.“ Reiter ist Geschäftsführer der Deutschen Fußballspieler-Vermittler-Vereinigung, der einzigen Interessenvertretung der Branche in Deutschland. Bei Vermittlern kommen Veränderungen wie in Frankreich am schnellsten an, denn sie sind von Berufs wegen auf der Suche nach den auch finanziell interessantesten Adressen. Frankreich gehört nicht mehr dazu, denn hier werden gestandene Erstligaspieler mit siebenstelligem Gehalt bald wohl wie deutsche Zweitliga-Kicker bezahlt - weshalb ein Streik, also der Boykott eines ganzen Spieltages, immer noch im Gespräch ist. Auch wenn der zunächst avisierte Termin Ende November gekippt wurde, weil erste und zweite Liga weiter mit der Regierung verhandeln wollen.

          Dann ist eben das Bruttogehalt entsprechend höher

          Auf der sicheren Seite sind in Frankreich nur zwei besonders liquide Vereine und Spieler mit fixen Nettogehältern. Paris St. Germain und dem AS Monaco kann es fast egal sein, wie viel der Staat kassiert, denn sie zücken dank ihrer Investorenmilliarden - hier aus Qatar, dort aus Russland - einfach ein paar Scheine mehr, um begehrte Spieler zu locken. Dann ist eben das Bruttogehalt entsprechend höher. Für konventionell wirtschaftende Vereine ist das nicht möglich, sie stehen vor horrenden Mehrausgaben. Schätzungen reichen bis zu 80 Millionen Euro.

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