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Fifa : Blatter stellt sich gegen Top-Sponsoren

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Trotz Rücktrittsforderung der Sponsoren lässt Sepp Blatter über seine Anwälte erklären: Er bleibe im Amt. Bild: AFP

Coca-Cola, McDonald’s und Visa fordern den sofortigen Rücktritt von Fifa-Boss Blatter. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat es nicht so eilig. Und Blatter sowieso nicht.

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          Vielleicht schaffen Coca-Cola, McDonald's Visa und Anheuser-Busch das, was bisher noch niemand geschafft hat: Sepp Blatter endlich zum sofortigen Rückzug aus der Fifa zwingen. Der Getränke-Gigant und der Fast-Food-Riese aus den Vereinigten Staaten, beide Top-Sponsoren des Weltfußballverbandes, haben beide den Rücktritt des Fifa-Präsidenten gefordert.

          Laut Coca-Cola könnte erst ein Rücktritt Blatters einen „glaubwürdigen und nachhaltigen Reform-Prozess in Gang setzen“. Jeder Tag mit Präsident Blatter an der Spitze, würde die Organisation mehr in Verruf bringen, so der Konzern in einer Stellungnahme. Coca-Cola fordert die Fifa auf, eine unabhängige Kommission zu beauftragen um das verlorene Vertrauen der Fußballfans zurückzugewinnen. 

          Auch die Burger-Kette McDonald`s hat Blatter das Vertrauen entzogen: „Wir glauben, dass es im Interesse des Spiels wäre, wenn Fifa-Präsident Sepp Blatter sofort zurücktreten würde“, teilte das Unternehmen mit. „Und angesichts der Ereignisse der letzten Woche, ist es klar, dass es im Interesse der Fifa und des Sports am besten wäre, wenn Sepp Blatter sofort zurücktritt“, hieß es einem Visa-Statement.

          Die unmissverständlichen Aufforderungen kamen vier Tage, nachdem Blatter an seinem Amtssitz in Zürich allerdings klargemacht hatte, nicht vor der Neuwahl am 26. Februar abzutreten. Er hatte am Montag in einer Rede vor Fifa-Mitarbeitern betont, nichts Illegales getan zu haben.

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          Und auch nach den Mitteilungen der Fifa-Partner bekräftigte Blatter, nicht vor den Wahlen seinen Posten zu räumen. In einem Statement seiner Anwälte hieß es, dass Blatter respektvoll der Position von Coca-Cola widerspreche. Wenn er nun sein Büro verlassen würde, wäre das nicht zum besten Wohle der Fifa und es würde auch nicht den Reformprozess voranbringen, glaube er. Die Konsequenz: Er werde nicht zurücktreten.. „Herr Blatter widerspricht mit allem Respekt der Haltung und glaubt fest daran, dass ein Abschied aus dem Amt weder im Interesse der FIFA wäre, noch den Reformprozess voranbringen würde und wird daher nicht zurücktreten“, hieß es in einer Erklärung der Anwälte des 79 Jahre alten Schweizers.

          Die Fifa ist Gegenstand von Korruptionsermittlungen der Vereinigten Staaten und der Schweiz. Erst letzte Woche haben Schweizer Staatsanwälte „ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventuell - wegen Veruntreuung“  gegen Sepp Blatter eröffnet.

          Coca-Cola und McDonald's sind, neben einer Reihe von weiteren Weltkonzernen, wie zum Beispiel Visa und Anheuser-Busch wichtige Geschäftspartner der Fifa. Sie bezahlen jährlich hohe Millionenbeträge um bei Fußball-Großereignissen für sich werben zu dürfen.

          Adidas fordert Fifa-Reform - keinen Rücktritt

          Die wichtigsten Geldgeber des skandalerschütterten Weltverbandes sind offenbar uneins. Im Gegensatz zu den anderen Sponsoren fordert Adidas keinen sofortigen Rücktritt von Fifa-Präsident Joseph Blatter. „Wie in der Vergangenheit mehrfach betont, müssen bei der Fifa im Sinne des Fußballs grundlegende Veränderungen durchgeführt werden. Daher muss der eingeleitete Reformprozess transparent und zügig fortgesetzt werden“, sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen. Einen unmittelbaren Abschied Blatters aus dem Amt hält der Sportartikelhersteller offenbar nicht für zielfördernd. In Südkorea hieß es beim Autoriesen Hyundai/Kia, man habe „derzeit keinen Kommentar zu Sepp Blatter oder dem derzeitigen Status des Sponsorships“. Kritische Töne vom Energiekonzern Gazprom sind angesichts der engen Verbindungen der russischen WM-Organisatoren zu Blatter undenkbar.

          Warum sich ausgerechnet die vier in den vereinigten Staaten ansässigen Fifa-Partner offenbar zeitlich koordiniert nun von Blatter abwenden, ist unklar. Eventuell besteht ein Zusammenhang zu den von der amerikanischen Justiz geführten Ermittlungen zu diversen Korruptionsvorwürfen gegen hochrangige ehemalige Fifa-Funktionäre und Geschäftspartner. Bislang hatten sich alle Geldgeber zwar für Reformen ausgesprochen, sich aber nicht öffentlich gegen Blatter gestellt. In den Reformprozess waren sie zuletzt durch Sitz und Stimme in der neu gegründeten Reformkommission eingebunden worden.

          Adidas hatte seinen Vertrag vor zwei Jahren bis 2030 verlängert. Coca-Cola besitzt einen Kontrakt bis 2022 - dem Jahr der umstrittenen WM in Katar. Unmittelbare finanzielle Auswirkungen haben die Sponsorenforderungen für die Fifa somit vorerst nicht.

          Im Vorjahr hatten sich die Fluglinie Emirates und der Elektronikkonzern Sony aus dem Sponsorenpool der Fifa verabschiedet. Beide Unternehmen nannten allerdings nicht die moralische Krise des Weltverbandes als Grund für die Beendigung der Partnerschaft. Im Juli hatte der mittlerweile wegen Korruptionsvorwürfen suspendierte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke erklärt, dass bis zu einer Neuordnung der Weltverbandsspitze neue Sponsorendeals unmöglich seien.

          Justizminister Maas fordert ebenfalls Rücktritt von Blatter

          Justizminister Heiko Maas hält einen sofortigen Rücktritt von Joseph Blatter als Präsident des Fußball-Weltverbandes für dringend geboten. „Jeder Tag, an dem #Blatter immer noch Präsident der #FIFA bleibt, ist ein schlechter Tag für den Fußball“, hieß es auf dem Twitter-Account des SPD-Politikers.

          Strafverfahren gegen Fifa-Chef : Joseph Blatter gerät ins Visier der Schweizer Behörden

          Maas hatte sich in diesem Jahr schon mehrmals kritisch über Blatter geäußert und dessen Demission gefordert. „Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch jemanden gibt, der Sepp Blatter für den Richtigen hält, um jetzt für Aufklärung zu sorgen“, hatte Maas Ende Mai, unmittelbar vor der Wiederwahl des Schweizers als Fifa-Präsident gesagt.

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