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DFB-Pokal : Spielabbruch bringt Auslosung in Gefahr

Spielabbruch mit unklaren Folgen: Das Schiedsgericht will bis Freitag entscheiden Bild: dpa

Das DFB-Sportgericht will bis Freitag eine Entscheidung fällen nach dem Abbruch der DFB-Pokalpartie zwischen Osnabrück und Leipzig: Sollte es keine Wertung zu Gunsten Leipzigs geben, müsste die Pokalauslosung aufgeschoben werden, wie der DFB auf FAZ.NET-Anfrage bestätigte.

          Nach dem Spielabbruch in der DFB-Pokalbegegnung Begegnung zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig will das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) möglichst bis Freitag eine Entscheidung treffen. Die Vereine wurden aufgefordert, bis Donnerstag schriftliche Stellungnahmen zu dem Vorfall abzugeben.

          Sollte sich danach keine Notwendigkeit für weitere Ermittlungen des Kontrollausschusses ergeben, könnte das Sportgericht nach Worten von Hans E. Lorenz, Vorsitzender Richter des Sportgerichts, womöglich schon am Folgetag eine Entscheidung treffen. Sollten weitere Ermittlungen nötig sein, könnte allerdings erst am Montag Klarheit hergestellt werden.

          In jedem Fall ist die für Freitagabend im Anschluss an die Bundesligaauftaktbegegnung zwischen Bayern München und dem HSV (20.30 Uhr/ live in ARD, Sky und F.A.Z.-Liveticker) vorgesehene Auslosung der zweiten Pokalrunde in Gefahr: Da Osnabrück als Drittligaklub im Lostopf der bereits qualifizierten Amateurklubs Erzgebirge Aue, Viktoria Köln, Carl Zeiss Jena, SSV Reutlingen und Spvgg. Unterhaching eingeteilt würde, Leipzig aber im Lostopf der Profiteams, wäre eine Auslosung ohne eine endgültige Entscheidung über den Zweitrundenteilnehmer aus dieser Begegnung nicht möglich. Der Einsatz einer Kugel mit beiden Vereinsnnamen wie in anderen Fällen ist wegen dieser speziellen Regelung für die Zweitrundenauslosung ausgeschlossen. „Die Auslosung findet nur dann statt, wenn Rechtssicherheit vorliegt", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker auf Anfrage. Rechtssicherheit wäre nur dann gegeben, wenn das Sportgericht das Spiel am Freitag zugunsten von RB Leipzig wertet und der VfL Osnabrück auf seine Einspruchmöglichkeit verzichten würde.

          RB Leipzig, das von dem in Fragen von Wiederholungsspielen erfahrenen Rechtsanwalt Christoph Schickhardt verteten wird, hat indes am Dienstagmorgen seine Bereitschaft zu einem Wiederholungsspiel angedeutet. „Wir wollen sportlich in die nächste Runde und nicht am Grünen Tisch“, sagte Rangnick. „Das ganze Spiel über flogen Feuerzeuge, Trinkbecher und andere Wurfgegenstände in Richtung unserer Spieler sowie unserer Auswechselspieler, die sich gerade warmliefen.“ Es sei demnach definitiv nicht nur ein Einzeltäter gewesen, dessen Handeln später zu dem für alle Seiten bedauerlichen Spielabbruch geführt habe. „Dennoch bieten wir ein Wiederholungsspiel an“, sagte Rangnick. RB stehe für Fairness, Fair Play, Familienfreundlichkeit, soziales Engagement, sportlichen Wettkampf und gegenseitigen Respekt. Der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff fügte in der Mitteilung hinzu: „Wir wollen und werden solchen Chaoten im Fußball keine Plattform bieten, in diesen Sport negativ einzugreifen oder ihn sogar zu bestimmen.“

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          Richter Lorenz sagte im Gespräch mit FAZ.NET, dass das Leipziger Angebot eines Wiederholungsspiels, so es denn auch wie erwartbar in der Stellungnahme beim Sportgericht auftauche, Einfluss haben könne, aber nicht unbedingt Einfluss haben müsse auf die Entscheidung.

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