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Spielabbruch wegen Rassismus : Maximale Konsequenz

  • -Aktualisiert am

Die Beleidigung kam von den Rängen: Spieler des MSV Duisburg wenden sich in Richtung der Tribüne. Bild: dpa

Der Osnabrücker Spieler Aaron Opoku wird durch Affenlaute beleidigt – erstmals wird ein Spiel deshalb abgebrochen. Eine eindeutige Haltung gegen Rassismus ist im Fußball bedauerlicherweise immer noch außergewöhnlich.

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          Es ist nichts anderes als eine Zäsur, dass ein Vorfall, der sich in den vergangenen Jahrzehnten während hunderter professioneller Fußballspiele so oder so ähnlich ereignet hat, am vergangenen Sonntag erstmals zu einem Spielabbruch in einer der drei höchsten deutschen Ligen führte. Beim Drittligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück sind offenbar Affenlaute von der Tribüne zu hören gewesen, von denen sich der Osnabrücker Spieler Aaron Opoku beleidigt fühlte. Sein Assistent an der Seitenlinie habe die Rufe gehört, berichtete Schiedsrichter Nicolas Winter, der die Begegnung nach 35 Minuten beendete.

          Gewiss lässt sich kontrovers darüber diskutieren, ob diese Konsequenz ein Erfolg oder eine Selbstverständlichkeit in einer Gesellschaft ist, die sich als bunt und offen bezeichnet. Aber im Kontext des Fußballs, wo sich die Verantwortungsträger ihre moralischen Haltungen viel zu oft so zurechtbiegen, wie es gerade zu den (kommerziellen) Interessen passt, hat die Klarheit der Reaktionen tatsächlich eine neue Qualität.

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