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Spielabbruch in Dänemark : Schiedsrichter Fandel von Fan attackiert

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Fanattacke gegen Fandel Bild: AP

Eine Fanattacke auf Schiedsrichter Herbert Fandel im hitzigen Duell zwischen Dänemark und Schweden hat den Spieltag in der Qualifikation für die EM 2008 überschattet. Das Spiel wurde abgebrochen. Italien entging auf den Färöern knapp einer Blamage. Die EM-Qualifikation im Überblick.

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          Eine Fan-Attacke auf Schiedsrichter Herbert Fandel hat die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft überschattet und zum Abbruch des brisanten Bruderduells zwischen Dänemark und Schweden geführt.

          Der deutsche Referee hatte in der Partie in Kopenhagen den Dänen Christian Poulsen am Samstagabend nach einem Faustschlag gegen den schwedischen Stürmer Markus Rosenberg in der 89. Minute beim Stand von 3:3 des Feldes verwiesen und einen Elfmeter für die Gäste verhängt. Daraufhin wurde er von einem Zuschauer angegriffen, noch bevor der Strafstoß ausgeführt werden konnte. Wie der dänische Fußballverband noch am Abend mitteilte, soll die Partie mit 3:0 für Schweden gewertet werden. Nach Auskunft eines Uefa-Sprechers muss darüber aber erst noch durch die Justizgremien der Europäischen Fußball-Union entschieden werden.

          „Ein schwarzer Tag für den dänischen Fußball“

          „Das ist ein ganz, ganz schwarzer Tag für den dänischen Fußball. Was Poulsen gemacht hat, kann man nicht entschuldigen“, sagte Trainer Morten Olsen. Die Dänen hatten zuvor in einer packenden Aufholjagd einen 0:3-Rückstand ausgeglichen. Nun steht der Titelträger von 1992 vor dem EM-Aus und muss zudem mit einer empfindlichen Strafe durch die Uefa rechnen. Nach einer kurzen Unterbrechung waren die schwedischen Spieler wieder auf den Rasen zurückgekehrt. Auf der Anzeigetafel des Stadions Parken wurde aber der Abbruch verkündet.

          Fanattacke gegen Fandel Bilderstrecke

          An einer Wertung der Partie für Schweden dürfte es keinen Zweifel geben. Die Skandinavier übernähmen mit 15 Punkten die Tabellenführung in der Gruppe F und hätten beste Chancen, sich für das Turnier in Österreich und der Schweiz zu qualifizieren. Dänemark ist hinter Nordirland (13) und Spanien (12), das in Lettland zu einem 2:0 (1:0)-Erfolg kam, mit 7 Punkten abgeschlagen Vierter.

          „Nach solchen Gewaltausbrüchen von Spielern oder kranken Menschen überlegt man schon, ob das alles noch Sinn macht. Aber ich bin durch und durch Sportler und will das auch noch einige Jahre bleiben“, sagte Fandel am Sonntag. Er habe das Spiel abbrechen müssen. „Ich muss aber auch sagen, dass die dänischen Vertreter sehr fair waren und sich mehrfach für den Vorfall entschuldigt haben“, erklärte Fandel, der bei den EM-Qualifikationspartien am Mittwoch nicht zum Einsatz kommt und erst einmal eine Pause einlegen wird.

          Wales verabschiedet Ryan Giggs

          In der deutschen Gruppe D musste Tschechien einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Zehn Wochen nach der 1:2-Niederlage gegen Deutschland kam das Team von Trainer Karel Brückner am Samstag in Cardiff nicht über ein 0:0 gegen Wales hinaus und büßte damit wertvolle Punkte ein.

          Trotz des Achtungserfolgs vor 65.000 Zuschauern haben die Briten, bei denen Ryan Giggs seine Länderspielkarriere beendete, als Tabellenfünfter praktisch keine Chance mehr auf die EM-Teilnahme. Mit einer engagierten Vorstellung unterstrichen die Waliser, dass sie auch für die deutsche Mannschaft in den Spielen am 8. September und 21. November ein unangenehmer Gegner sein werden.

          Italien nur 2:1 auf Färöer-Inseln

          Weltmeister Italien entging auf den Färöer-Inseln dank Stürmerstar Filipo Inzaghi knapp einer Blamage. Der Angreifer vom AC Mailand erzielte wie schon beim Champions-League-Sieg seines Klubs vor zehn Tagen beide Treffer zum schmeichelhaften 2:1 (1:0)-Erfolg. In der Gruppe B liegen die Azzurri somit mit 13 Zählern hinter Frankreich (15), dass das Gipfeltreffen gegen die auf Rang vier abgerutschte Ukraine (12) mit 2:0 (0:0) gewinnen konnte.

          Beste Chancen auf die EM-Teilnahme im kommenden Sommer haben auch die Polen. Der deutsche WM-Gegner kam in Aserbaidschan durch einen Treffer des Dortmunders Ebi Smolarek sowie einen Tore-Doppelpack seines Wolfsburger Bundesliga-Kollegen Jacek Krzynowek zu einem schmeichelhaften 3:1 (0:1) und führt die Gruppe A weiter an. Auf Platz zwei liegt nach einem 2:1 (1:0) in Belgien Portugal, das durch den Erfolg in Brüssel das EM-Aus der Gastgeber praktisch besiegelte. Für die EM planen kann Kroatien nach einem 1:0-Erfolg in Estland. Mit 16 Punkten führt das Team die Gruppe E vor Russland (14/4:0 gegen Andorra) und Israel (14/2:1 in Mazedonien) an.

          Sieg für Rehhagel - Niederlage für Türkei

          Die Türkei erlitt in der Gruppe C einen herben Rückschlag. In Bosnien-Herzegowina musste sich der WM-Dritte von 2002 mit 2:3 (2:2) geschlagen geben. Griechenland mit Trainer Otto Rehhagel übernahm durch ein 2:0 gegen Ungarn die Tabellenführung. Die auf Rang zwei gerutschten Türken haben in Norwegen einen weiteren Konkurrenten um einen EM-Platz. Die Skandinavier meldeten sich durch ein 4:0 (1:0) gegen Malta im Qualifikationsrennen zurück. Auch Bosnien-Herzegowina kann sich durch den Überraschungserfolg wieder Chancen ausrechnen.

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