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Streithähne um Liga-Chef : Streit in der spanischen Liga eskaliert

  • -Aktualisiert am

Streit eskaliert: Liga-Chef Javier Tebas droht die Absetzung. Bild: Reuters

Der spanische Fußball wird von einem bizarren Duell überschattet: La Liga streitet sich mit dem Königlichen Fußballverband um die Austragung der Partien. Nun droht die Regierung mit Intervention.

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          Von diesem Samstag an rollt in Spanien der Fußball wieder. Mit drei Begegnungen startet La Liga in die Saison. Doch für die meisten Diskussionen sorgen nicht mögliche Spielerwechsel, Aufstellungen oder Messis Verbleib in Barcelona, sondern die Duelle, die La Liga und der Königliche Fußballverband (RFEF) jenseits des Rasens miteinander ausfechten. Eigentlich sollte der Spielbetrieb schon am Freitag beginnen, doch das Schiedsgericht des Fußballverbandes hatte Freitags- und Montagsspiele verboten. Die Spieltermine waren bereits festgelegt, im Nachhinein wollte La Liga einen Teil der Spiele auf Freitag und Montag ansetzen. Dies ist lukrativer für die Fernsehanstalten, die so Zuschauer an vier Tagen vor den Bildschirm bekommen. Eine Spielverlegung sei zwar möglich, müsse aber vom Verband abgesegnet werden, so das RFEF-Schiedsgericht.

          Damit kocht der Konflikt zwischen La Liga und Verband wieder hoch, zwischen Ligachef Javier Tebas und dem Verbandsvorsitzenden Luis Rubiales. Die beiden beharken sich, seit Rubiales 2018 sein Amt angetreten hat. Tebas wollte ein Ligaspiel in Miami austragen, Rubiales wusste es zu verhindern – und verkündete hinterher, die Endrunde des Königspokals werde künftig in einem neuen Format im Ausland ausgetragen. „Diese absurden Kämpfe sind ungemein kraftraubend“, schimpfte die Präsidentin des Obersten Sportrats, Irene Lozano. Zwar hatten sich die beiden Streithähne zuletzt über die Modalitäten verständigt, wie die vergangene Saison zu Ende gespielt werden könnte, aber der Burgfrieden ist nicht von Dauer gewesen. „Streit macht süchtig. Damit aufzuhören ist, als würde man das Rauchen aufgeben“, sagte die sozialistische Politikerin.

          Tebas droht Absetzung

          Allerdings drohte Lozano auch mit der Absetzung von Tebas. Hintergrund war ein Ausbruch mit dem Coronavirus beim Zweitligaklub Fuenlabrada. Im Juli spielte der Verein aus dem Madrider Süden um den Aufstieg mit. Kurz vor dem entscheidenden Spiel in La Coruña am 20. Juli wurden ein Profi und drei Betreuer Fuenlabradas positiv getestet. Der Klub ließ abermals den gesamten Kader testen, reiste aber nach La Coruña, ohne die Ergebnisse abzuwarten.

          Erst 25 Minuten vor Anpfiff wurde das Spiel schließlich verschoben. Nachgeholt wurde die Begegnung erst am 7. August. Fuenlabrada verlor 1:2 und verpasste den Aufstieg, während La Coruña trotz Sieg abstieg. La Coruña glaubt, Fuenlabrada habe einen gravierenden Regelverstoß begangen und müsse absteigen, womit La Coruña die Klasse halten könnte. La Liga entschied anders. Nun heißt aber auch der Sekretär des Verwaltungsrats des Klubs aus Fuenlabrada Javier Tebas, es ist der Sohn des Ligachefs. Davon hatte bis zum Ausbruch der Pandemie kaum jemand Notiz genommen. Bereits 2018 bot der Tebas senior Fuenlabrada rechtliche Beratung für 130.000 Euro an. Zwar gehörte der Klub zu jener Zeit keiner der beiden Profiligen an. Dennoch hat die spanische Regierung die Vorgänge angezeigt. Am Ende könnte Javier Tebas Senior seines Amtes enthoben werden, warnt Irene Lozano vom Obersten Sportrat.

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