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Champions League : Spätes 1:1 in Lyon - FC Bayern verschenkt den Sieg

  • Aktualisiert am

Früher Kollegen, diesmal Gegner: Kahn und Linke gegen Elber Bild: dpa/dpaweb

Bis zwei Minuten vor Spielschluß führte der deutsche Meister in der Champions League bei Olympique Lyon durch Roy Makaay 1:0, dann trafen die Franzosen doch noch zum Ausgleich. Der frühere Münchner Giovane Elber ging leer aus.

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          Der deutsche Fußball-Meister Bayern München hat bei Olympique Lyon den ersten Auswärtssieg in der Champions League seit fast zwei Jahren leichtfertigt verspielt. In der 88. Minute mußten die Bayern beim französischen Meister den Treffer zum 1:1 hinnehmen, nachdem sie durch den niederländischen Nationalstürmer Roy Makaay in der 25. Minute in Führung gegangen waren. Dabei ließ der eingewechselte Pegguy Luyindula mit seinem Treffer zwei Minuten vor Spielende die Bayern-Träume platzen. In der hektischen Schlußphase verhinderte Nationaltorhüter Oliver Kahn in seinem 100. Europacup-Spiel ausgerechnet gegen den früheren Bayern-Torjäger Giovane Elber sogar eine durchaus noch mögliche Niederlage.

          Gute Chancen bei noch zwei Heimspielen

          Nach dem Remis vor 37.659 Zuschauern im Stade de Gerland, wo sie am 6. März 2001 auf dem Weg zum späteren Titelgewinn mit 0:3 eine ihrer bittersten Niederlagen im Europapokal erlitten hatten, haben die Bayern mit fünf Punkten und noch zwei Heimspielen in den letzten drei Partien dennoch gute Chancen, in die K.-o.-Runde der besten 16 Mannschaft einzuziehen. Durch den späten Ausgleich warten die Bayern allerdings bereits seit acht Auswärtsspielen in der Champions League auf einen Sieg.

          Kovac und Co. hatten Elber im Griff - meistens jedenfalls

          „Es ist immer ärgerlich, wenn man in der letzten Minute noch ein Tor kassiert. Das hatte sich aber schon angedeutet. Wir waren nicht mehr beweglich und spritzig genug. Dann passieren halt Fehler“, analysierte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer im Anschluß. Kahn ergänzte: „Gegen so eine großartige Mannschaft wie Lyon muß man in jeder Sekunde mit einem Gegentreffer rechnen. Wir haben vorher verpaßt, das Spiel zu entscheiden. Das ist aber für uns kein Beinbruch. Das Wichtigste war, nicht zu verlieren. Wir haben noch zwei Heimspiele und alle Möglichkeiten.“

          Der FC Bayern, der im vorigen Jahr schon in der Vorrunde sang- und klanglos aus der Königsklasse ausgeschieden war, begann das Wiedersehen mit Giovane Elber sehr zurückhaltend. So dauerte es bis zur 18. Minute, ehe Spielmacher Michael Ballack zum ersten Mal für die Münchner aufs Tor schoß. Lyons Torhüter Gregory Coupet konnte jedoch parieren.

          Zweiter Bayern-Angriff, erstes Tor

          Der zweite Angriff der Bayern war jedoch bereits von Erfolg gekrönt. Nach einer schönen direkten Ballstaffette über Sebastian Deisler, Roque Santa Cruz und Ballack stand Makaay plötzlich frei vor dem Tor des zweimaligen französischen Meisters und traf zur Führung für die Bayern. „Von diesem Tor könnte man einen Lehrfilm drehen. Das war hervorragend herausgespielt“, schwärmte in der Pause Franz Beckenbauer. Für Makaay, mit 18,75 Millionen Euro teuerster Einkauf der Münchner Vereinsgeschichte, war es bereits der siebte Pflichtspieltreffer für die Bayern und der dritte in der Champions Laegue.

          In der 30. Minute hatte Santa Cruz, der den gesperrten Claudio Pizarro im Angriff ersetzte, sogar die Möglichkeit zum 2:0. Sein Schuß aus 14 Metern Torentfernung verfehlte jedoch knapp das Ziel. Auf der anderen Seite besaß auch Lyon einige Chancen: Vor allem nach Standardsituationen von Juninho wurde es einige Male gefährlich für die Bayern. Zudem reagierte Keeper Oliver Kahn bei einem Schuß von Michael Essien glänzend.

          Kaum einen Stich bekam in der ersten Hälfte der frühere Münchner Elber, der für 4,5 Millionen Euro nach Lyon gewechselt war und vor der Partie seinen früheren Kollegen einen heißen Tanz und ein Elber-Tor angekündigt hatte. Seinem früheren Chef Beckenbauer hatte der Brasilianer sogar eine Wette um 10.000 Euro angeboten, daß er gegen Kahn trifft. Doch der 31jährige, der über sechs Jahre für den FC Bayern spielte und dort in 169 Bundesliga-Spielen 92 Tore erzielte, wurde von den beiden Münchner Innenverteidigern Robert Kovac und Thomas Linke aufmerksam beschattet.

          Elber hätte die Bayern noch ärgern können

          Nach dem Seitenwechsel drängten die Franzosen zunächst etwas mehr auf den Ausgleich und setzten die Münchner unter Druck. Zwingende Chancen sprangen dabei zunächst aber nicht heraus. Die Bayern verpaßten ihrerseits bei einem Konter die vorzeitige Entscheidung, als in der 64. Minute Santa Cruz nach Vorlage von Ze Roberto nur den Pfosten traf.

          In den letzten Spielminuten erhöhte Lyon dann noch einmal den Druck auf das Tor der Bayern. Nach dem Ausgleich gab es sogar weitere Torchancen für die Franzosen. Die größte hatte ausgerechnet Giovane Elber - doch er scheitere in der 90. Minute aus vier Metern Entfernung an Oliver Kahn.

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