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Neuer Länderspiel-Wettbewerb : So funktioniert die Nations League

  • Aktualisiert am

Gegen Frankreich startet das DFB-Team in die neue Nations League. Bild: Reuters

Im ersten Spiel nach dem WM-Desaster trifft die DFB-Elf in der Nations League auf Frankreich. Für Trainer Löw birgt sie Chance und Risiko. Auf einen etablierten Spieler muss er verzichten.

          Der Neustart nach dem WM-Desaster beginnt für Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gleich mit einem neuen Titelanlauf. In der Nations League geht es in der Gruppenphase gegen Frankreich und die Niederlande. Als Gruppensieger stünde das Finalturnier im kommenden Juni an, als Gruppenletzter müsste man aus dem Kreise der Besten in die Liga B absteigen.

          Bei der Auslosung im Januar hatte sich Löw über die starke Konkurrenz gefreut. „Das ist superinteressant. Die Niederlande und Frankreich sind Nachbarländer mit langer Fußballkultur und Fußballgeschichte. Für die Fans, für uns alle sind das interessante Spiele“, sagte Löw. Für die Premiere des Wettbewerbs nominierte der Bundestrainer drei potentielle Debütanten. Kurzfristig abgesagt hatte Jonas Hector vom 1. FC Köln, der die Länderspielpause zur Regeneration nutzen möchte.

          Die Nations League beruht noch auf einer Idee des ehemaligen Uefa-Chefs Michel Platini. Der Franzose wollte kleinen Nationen in Osteuropa verlässliche Einnahmen aus der Zentralvermarktung eines neuen Wettbewerbs bescheren. Dafür nimmt die Uefa auch Kritik an einem vermeintlich komplizierten Format mit allen 55 Mitgliedsländern in vier Divisionen und 16 Gruppen in Kauf.

          So läuft die Nations League für Deutschland

          Modus und Termine: Deutschland wurde als Erster der Uefa-Nationenwertung im Januar in der Division A der zwölf besten Teams in die Gruppe eins mit Frankreich und den Niederlanden gelost. Hin- und Rückspiele werden bis November ausgetragen. Dem Auftakt am Donnerstag gegen die Équipe tricolore in München folgen die Auswärtsspiele in Amsterdam gegen Oranje am 13. Oktober und in Paris am 16. Oktober gegen Frankreich. Abgeschlossen wird die Gruppenphase mit dem Duell mit den Niederlanden am 19. November in Gelsenkirchen. Mehr Länderspiele, wie oft von Kritikern behauptet, gibt es durch den Wettbewerb nicht, allerdings gibt es mehr Partien mit Wettkampf-Charakter.

          Titelchance: Wird Deutschland Gruppenerster, qualifiziert sich die Löw-Auswahl für das Finalturnier der Nations League. Daran nehmen vom 5. bis 9. Juni 2019 die vier Gruppensieger der Division A teil. Der Titelträger wird in Halbfinals und Endspiel ermittelt und erhält einen zu einer Flamme stilisierten Silberpokal. Gastgeber wird Portugal, Polen oder Italien sein, die in der Gruppe 3 der Division A gegeneinanderspielen. In den beiden anderen Gruppen der Division A spielen Belgien, die Schweiz und Island sowie Spanien, England und Kroatien.

          Abstiegsangst: Als Gruppenzweiter oder Gruppendritter ist die Nations League für die DFB-Auswahl beendet – als Schlusslicht aber mit einem bitteren Beigeschmack. Die Dritten jeder Gruppe steigen aus der Division A ab und müssen bei der nächsten Auflage im Jahr 2021 in der Division B antreten. Es wäre der nächste Imageschaden für den deutschen Fußball. „Wir müssen schon das Level A halten“, machte DFB-Präsident Reinhard Grindel die Zielvorgabe deutlich.

          EM-Qualifikation I: Mit der Qualifikation für die EM 2020 hat die Nations League zunächst nichts zu tun. Am 2. Dezember werden in Dublin die zehn Ausscheidungsgruppen ausgelost. Von März bis November 2019 wird in fünf Fünfer- und fünf Sechsergruppen in Hin- und Rückspiel gespielt. Die zehn Gruppensieger und zehn Gruppenzweiten lösen das Ticket für die Endrunde 2020. Für die verbleibenden vier EM-Plätze kommt aber wieder die Nations League ins Spiel.

          EM-Qualifikation II: Die je vier Gruppensieger aus allen vier Divisionen der Nations League bekommen das Startrecht für eine Playoff-Runde im März 2020. Die besten vier Teams jeder Division spielen dabei in Halbfinale und Finale untereinander je einen Sieger aus, der dann an der EM teilnehmen darf. Somit ist sichergestellt, dass auch kleine Fußball-Nationen vom Format Litauens oder Norwegens aus der Division C oder Aserbaidschans und Maltas aus der Division D bei der EM dabei sein werden. Hat sich ein Nations-League-Gruppensieger schon über die normale EM-Qualifikation das EM-Ticket geholt, geht das Startrecht für das Playoff an das nächstbeste Team in der Division oder, sollten alle Mannschaften aus dieser Division bereits qualifiziert sein, sogar an ein Team aus der nächstschlechteren Division über.

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