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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : „Snowgate“-Wirbel mit Klopp – Sorge um Messi

Jürgen Klopp wehrt sich gegen Vorwürfe des einseitigen Winterdienstes. Bild: AFP

Manchester City besiegt Arsenal mit Bankdrücker Özil. Liverpool unter Verdacht und Druck. Barca stolpert. Ronaldo-Doppelpack reicht Juve nicht. Paris verliert erstmals. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Der deutsche Torwart Bernd Leno, der seit dieser Saison beim FC Arsenal spielt, schwärmte zuletzt erst vom englischen Rasen. So eben, so grün, so akkurat gepflegt, Leno ist begeistert. Er kennt aus vielen Jahren die Plätze der Bundesliga in dieser Jahreszeit. Leno sollte froh sein, dass Arsenal schon vor einiger Zeit in Liverpool gespielt hat, auch wenn es zwischen den Jahren eine 1:5-Packung gab. Denn der so feine englische Rasen war vergangene Woche beim Spiel der „Reds“ gegen Leichester City alles andere als gut bespielbar – zumindest in der zweiten Halbzeit in Liverpools Hälfte.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Was war passiert? Vor dem Spiel schneite es heftig, was den Spielfluss deutlich hemmte. In der Pause wurde der Platz geräumt – allerdings nur auf der Seite, auf der Liverpool angriff. Schnell kam die Diskussion auf, dass es der Verein von Jürgen Klopp den Heimvorteil vielleicht etwas arg ausgedehnt hätte. Womöglich gar auf Anweisung des deutschen Trainers? Der sah sich zu einer Klarstellung in eigener Sache gegen den Vorwurf des einseitigen Winterdienstes herausgefordert: „Es war klar, dass die Helfer versucht haben, den ganzen Platz zu räumen. Aber sie waren einfach nicht genügend, um beide Hälften zu schaffen.“

          Und Klopp legte noch nach: „Es gab keinen Plan, ich schwöre es.“ Und selbst wenn es einen gegeben hätte, er ging nicht auf. Denn das 1:1, wie es schon zur Halbzeit stand, hielt bis zum Schluss. Manuel Pellegrini, Trainer des Liverpools nächstem Gegner West Ham United an diesem Montag (21.00 Uhr bei DAZN) nahm den Wirbel um „Snowgate“ dennoch gerne auf. „Der Schiedsrichter darf das nicht dulden. Auf jedem Platz müssen die gleichen Bedingungen für beide Teams gelten“, sagte er. Beim Duell mit Klopp dürfte es dieses Problem nun aber nicht geben. Für London sind am Abend vier Grad ohne Niederschlag angekündigt.

          Gut bespielbar war auch der Rasen im Stadion von Manchester City. Und das nutzte der Verfolger des FC Liverpool zu einem 3:1-Sieg im Topspiel über den FC Arsenal, bei dem Mesut Özil, nachdem er unter der Woche noch als Kapitän auflief, über 90 Minuten nur auf der Ersatzbank saß. Von dort sah er, dass Ilkay Gündogan bei City durchspielen durfte und Sergio Agüero einmal mehr seine Klasse bewies. Der Argentinier erzielte alle drei Tore für Manchester, mit dem Kopf, dem Fuß und mit dem Arm, was der Schiedsrichter nicht als regelwidrig ahndete. City lief damit vorerst nur noch zwei Punkt hinter Liverpool.

          Mittendrin im Titelrennen, aber ein wenig unter dem Radar sind die Tottenham Hotspur. Der Klub, der weiter auf sein neues Stadion wartet, besiegte Newcastle United ohne den verletzten Torjäger Harry Kane 1:0 und liegt nur zwei Punkte hinter Manchester City. Heung-min Son traf kurz vor Ende.

          Nicht so knauserig mit Toren war der FC Chelsea von Maurizio Sarri, der seine Elf zuletzt nach einer Niederlage noch eine Stunde in der Kabine festgehalten hatte, besiegte Huddersfield Town vom neuen deutschen Trainer Jan Siewert mit 5:0. Gonzalo Higuain und Eden Hazard trafen doppelt.

          Der Weg zum Titel dürfte für Manchester United nach dem schwachen Start unter José Mourinho zu weit sein. Doch mit dem neuen Trainer Ole Gunnar Solskjaer läuft es rund. Und wie! Im zehnten Spiel unter dem Norweger gab es den neunten Sieg. Marcus Rashford traf früh zum 1:0 bei Leicester City.

          In der spanischen Primera División leistete sich Tabellenführer FC Barcelona einen Ausrutscher. Die Katalanen kamen im eigenen Stadion nur zu einem 2:2 gegen den FC Valencia. Lionel Messi sorgte mit zwei Toren für das Remis nach einem 0:2. Doch der angeschlagene Star macht auch Sorgen.

          Neben Barcelona ließ auch der Zweite Atlético Madrid Punkte im Meisterrennen liegen. Vom Spiel bei Betis Sevilla kam das Team von Diego Simeone zwar mit seinem Standardergebnis zurück. Aber diesmal hieß es nicht 1:0 für Atlético, sondern den Gegner. Sergio Canales traf per Handelfmeter.

          Nach dem Tief vor einigen Wochen arbeitet sich Real Madrid wieder nach oben. Vor den drei Clásicos im Pokal und in der Liga bald besiegten die „Königlichen“ Deportivo Alaves, das als die Überraschung der Liga bislang vorne mitmischte, mit 3:0 und verkürzten den Rückstand auf Barca auf acht Punkte.

          In der italienischen Serie gibt es wieder einen ganz leichten Hauch an Spannung im Titelrennen. Der bisher so souveräne Spitzenreiter Juventus Turin fing sich in der Nachspielzeit noch das 3:3 gegen Aufsteiger Parma Calcio. Da reichten auch zwei Tore von Cristiano Ronaldo nicht zum Sieg.

          Verfolger SSC Neapel verkürzte den Rückstand auf Juve durch den 3:0-Sieg über Sampdoria Genua auf neun Punkte. Arkadiusz Milik und Lorenzo Insigne stellten die Weichen für den Sieg mit einem Doppelpack in nur zwei Minuten. Allerdings wurde bekannt, dass Marek Hamsik den Klub verlässt.

          In der französischen Ligue 1 kassierte Paris St. Germain die erste Niederlage der Saison – im 21. Spiel. Angel di Maria brachte den Spitzenreiter von Thomas Tuchel, der weiter zehn Punkte Vorsprung hat, in Führung, doch Olympique Lyon drehte das Spiel noch durch Moussa Dembele und Nabil Fekir.

          Große Erleichterung gibt es auf der anderen Seite der Tabelle. Die AS Monaco, 2017 noch Meister, ist durch den 2:1-Sieg über den FC Toulouse wieder in Reichweite der Nichtabstiegsplätze. Neuzugang Cesc Fabregas, der vor kurzem vom FC Chelsea kam, sorgte für den Siegtreffer und Jubel bei Monaco.

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