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Ibrahimovic gegen Lukaku : Wüste Beleidigungen auf dem Spielfeld

Zwei Alphatiere geraten aneinander, nicht zum ersten Mal: Zlatan Ibrahimovic (l.) und Romelu Lukaku Bild: AP

Erst geraten Ibrahimovic und Lukaku auf dem Platz aneinander, dann beschimpfen sie sich in der Kabine und schließlich setzen sie den Disput im Internet fort. Es ist eine Feindschaft mit Geschichte.

          3 Min.

          Das Mailänder Derby zwischen Inter und Milan im Viertelfinale der Coppa Italia hatte es in sich. Die Entscheidung zugunsten der Nerazzuri fiel in der achten Minute der Nachspielzeit durch einen direkt verwandelten Freistoß des dänischen Kunstschützen Christian Eriksen. Zuvor hatten jeweils die Superstars beider Mannschaften getroffen. Zuerst Zlatan Ibrahimovic in der 37. Minute für den AC Milan mit einem unnachahmlichen Flachschuss aus 14 Metern – durch die Beine von Inter-Verteidiger Aleksandar Kolarov und vom Innenpfosten des langen Ecks ins Tor. Und in der 71. Minuten dann Romelo Lukaku für Inter vom Elfmeterpunkt, ebenfalls mit Aluminiumunterstützung an der Unterkante der Latte. Kurz zuvor hatte sich Schiedsrichter Paolo Valeri wegen einer Oberschenkelzerrung auswechseln lassen müssen. Dieser Pokalkampf war nicht nur intensiv, er war explosiv.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Und er dürfte ein Nachspiel haben, womöglich vor der Justiz, in jedem Fall aber vor dem Gericht der öffentlichen Meinung. Zur unrühmlichen Hauptaktion des Spiels kam es kurz vor dem Pausenpfiff. Da gerieten Ibrahimovic und Lukaku auf dem Spielfeld Stirn an Stirn so heftig aneinander, beschimpften sich ungeachtet der Schlichtungsversuche von Mitspielern und Spielleiter so anhaltend, dass Schiedsrichter Valeri beiden die gelbe Karte zeigte.

          Lukaku und Ibrahimovic setzten ihre Verbalinjurien beim Gang in die Kabine zur Halbzeitpause noch fort. Dort fand Lukaku offenbar zur inneren Balance zurück, nicht aber Ibrahimovic: Der 39 Jahre alte Schwede handelte sich in der 58. Minute mit einem unnötigen Foul von hinten gegen Kolarov im Mittelfeld die (harte, aber nicht ungerechtfertigte) zweite gelbe Karte ein. Mit seinem Platzverweis brachte Ibrahimovic Milan auf die Verliererstraße, auch wenn seine Mannschaftskameraden sich tapfer, aber letztlich vergebens gegen die drohende Niederlage stemmten.

          Am Ende ging Inter als verdienter Sieger in einem denkwürdigen Derby vom Platz. Natürlich waren im San-Siro-Stadion keine Zuschauer dabei. Wohl bis zum Saisonende von Meisterschaft und Pokal wird es im italienischen Profifußball wegen der anhaltenden Pandemie ausschließlich Geisterspiele geben. Deshalb konnte man im Fernsehen die auf Englisch geführte Auseinandersetzung zwischen Ibrahimovic und Lukaku, eingefangen durch die Außenmikrofone am Spielfeldrand, gut verstehen.

          Wenn nicht alles täuscht, hat Ibrahimovic mit dem Schimpfen begonnen. Er warf Lukaku mehrfach einen Satz an den Kopf, der ihm selbst am besten zu gefallen schien: „Mach doch deinen Voodoo-Scheiß, du kleiner Esel!“ Es handelte sich dabei um eine Anspielung auf die Zeit, als beide in der Premier League spielten. Lukaku wollte damals unbedingt von Everton zu Manchester United wechseln, ungeachtet eines grandios dotierten Angebots zur Vertragsverlängerung.

          Der offensichtlich verärgerte Everton-Investor Farhad Moshiri setzte daraufhin das Gerücht in die Welt, Lukakus Mutter Adolphine habe beim Abhalten eines Voodoo-Rituals die Erkenntnis gewonnen, Everton sei nicht mehr der rechte Platz für ihren geliebten Sohn. Lukaku hat die Verleumdung stets empört dementiert, sein Wechsel zu Manchester United sei rein sportlich motiviert gewesen.

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