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Fußball in Italien : Der Großangriff auf Juventus Turin

  • -Aktualisiert am

Kann er Juventus vom Meisterthron stürzen? Inter Mailands Trainer Antonio Conte Bild: Reuters

In den vergangenen acht Jahren gelang es keiner Mannschaft mehr, den italienischen Serienmeister Juventus zu entthronen. Nun schickt sich ein früherer Juve-Trainer an das zu ändern – und seine Chancen stehen nicht schlecht.

          Maurizio Sarri hat eine Lungenentzündung, just in diesen Tagen, da die italienische Fußball-Serie A wieder ihren Betrieb aufnimmt. Am Samstag beginnt die Saison, und Sarri ist der neue Coach von Juventus Turin. Der Serienmeister tritt bei Parma Calcio an. Auf der Bank wird dann aber Sarris Stellvertreter sitzen, auch beim ersten Heimspiel am 31. August gegen Sarris früheren Klub SSC Neapel wird er fehlen, wie der Klub am Donnerstagabend mitteilte. Dennoch ist Sarris Engagement bei Juventus der bisherige Höhepunkt in der Karriere des Toskaners. Der 60-jährige Coach war früher Bankangestellter, arbeitete sich als Fußballtrainer aus der Provinz nach ganz oben. International bekannt wurde sein spektakulärer Stil bei Neapel, zuletzt war Sarri beim FC Chelsea angestellt.

          Der Fußballlehrer raucht bis zu 60 Zigaretten am Tag, nach eigener Darstellung. Sie seien nicht das intelligenteste Gegenmittel bei Lungenentzündung, gab das süditalienische Online-Portal „Il Napolista“ zu bedenken, das sich offenbar immer noch brennend für den Werdegang des einstigen Lehrmeisters des SSC Neapel interessiert. Sarri wird, sobald er seinen Job wieder voll ausüben kann, ganz besonders im Rampenlicht stehen. Juventus Turin ist der Topfavorit. Allein die Tatsache, dass Superstar Cristiano Ronaldo mit den „Bianconeri“ nun in seine zweite Saison in Italien geht, genügt als Beleg für die Ambitionen des Vereins, der nach 24 Jahren endlich wieder die Champions League gewinnen will.

          Zu diesem Zweck ist auch Torwart-Legende Gigi Buffon von seinem Abenteuer bei Paris Saint-Germain nach Turin zurückgekehrt. Juve verpflichtete den erst 20 Jahre alten Verteidiger Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam, dem Team, das Juventus im Viertelfinale der Champions League aus dem Wettbewerb warf. De Ligt war von zahlreichen Top-Klubs umschwärmt, Juventus erkaufte sich mit 75 Millionen Euro Ablöse und entsprechendem Gehalt den Zuschlag. Verstärkung verspricht sich der Rekordmeister auch von den Neuzugängen Danilo (Manchester City), Aaron Ramsey (Arsenal) und Adrien Rabiot (Paris Saint-Germain). Wie es heißt, spielt Sami Khedira in Sarris Projekt eine zentrale Rolle. Ob das auch für Nationalspieler Emre Can gilt, ist derzeit unklar. Juventus soll etwa mit dem FC Barcelona über einen Tausch mit Ivan Rakitic verhandeln.

          Wird ein früherer Trainer zum Juve-Jäger?

          Der aufgestockte Kader dürfte nicht nur für das Ziel Champions-League-Sieg notwendig sein, sondern auch, um die Konkurrenz in der Serie A auf Distanz zu halten. Denn die ist in dieser Spielzeit so ernst zu nehmen wie lange nicht. Inter Mailand hat sich allein durch seine Transferpolitik zum Konkurrenten Nummer eins aufgeschwungen. Das deutet schon die Verpflichtung von Trainer Antonio Conte an. Conte sorgte vor Jahren als Trainer von Juventus Turin beim damals abgeschlagenen Rekordmeister für eine unerwartete Serie aus drei Meistertiteln in Folge, die Massimiliano Allegri auf acht Erfolge ausbaute. Conte führte anschließend die italienische Nationalmannschaft bis ins EM-Viertelfinale – sein famos auftretendes Team unterlag erst im Elfmeterschießen Deutschland. Conte war zudem Sarris Vorgänger beim FC Chelsea. In Mailand hat sich nun eine ganz besondere Konstellation ergeben. Dort amtiert seit bald einem Jahr Sportdirektor Giuseppe Marotta, mit dem zusammen Conte einst die Renaissance von Juventus Turin bewerkstelligte. Der jetzige Auftrag erklärt sich damit von selbst: Die beiden ehemaligen Juventus-Identifikationsfiguren wollen den Rekordmeister stürzen und Inter Mailand in glorreiche Zeiten führen.

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