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Pokal-Coup in Kaiserslautern : „Das ist einfach geil“

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Grenzenloser Jubel: Das Team des 1. FC Kaiserslautern nach dem Pokalspiel gegen Mainz Bild: dpa

Mit dem überraschenden Derbysieg gegen den FSV Mainz 05 erlebt der 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal eine neuerliche Sternstunde. Und in Ostwestfalen kommt es sogar zu einer noch größeren Sensation.

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          Der altehrwürdige Betzenberg in Kaiserslautern bebte nach dem Derbysieg gegen den Bundesligaverein FSV Mainz 05 wie zu besten Zeiten. 413 km nördlich genoss das Regionalliga-Team SC Verl seine große Pokalsensation gegen den Esrtligaklub FC Augsburg so, wie es Amateurkicker nun einmal tun – Schuhe aus, Trikot aus, Dusche vernachlässigen, Bier öffnen und den Moment genießen.

          „Die Stimmung war Wahnsinn. Es war so laut, dass man auf dem Platz kaum die Kommandos verstehen konnte“, sagte FCK-Stürmer Christian Kühlwetter. Und auch Florian Pick, der die Roten Teufel in der 90. Minute mit seinem Treffer zum 2:0 in die zweite Runde geschossen hatte, kam aus dem schwärmen nicht mehr raus. „40.000 Zuschauer und dann schießt du ein Tor – und alle rasten aus. Das ist einfach geil!", sagte der 23-Jährige: „Es macht einfach Spaß, hier zu spielen.“

          „Heute ist etwas ganz besonderes passiert“

          Zuvor hatte Manfred Starke mit einem umstrittenen Foulelfmeter (62.) den Betze mit seinem Führungstreffer in einen Hexenkassel verwandelt. „Ich habe zu Manni gesagt, hau ihn rein! Und er hat ihn reingehauen“, berichtete Kühlwetter. „Das war richtiger Betze-Fußball. Wir haben mit großer Mentalität gespielt und sind total glücklich“, fasste Coach Sascha Hildmann zusammen.

          In Ostwestfalen hingegen bejubelte Viertligaklub Verl in einem deutlich beschaulicheren Rahmen seine mindestens genauso große Sensation gegen unterirdische Augsburger. „Ich glaube, bis heute um 15.25 Uhr war es, denke ich, der Einzug in den DFB-Pokal, weil das bis dahin ein überragendes Gefühl war. Dieser Moment, als feststand, dass wir tatsächlich teilnehmen dürfen. Und jetzt ist es natürlich die zweite Runde, da träumt jeder von. Das ist überragend“, sagte der strahlende Verler Schlussmann Robin Brüseke.

          Unerwarteter Erfolg: Mit dem Schlusspfiff fielen sich die Spieler des SC Verl in die Arme.

          Es war von Beginn an eine geschlossene, herzerfrischende und tapfere Mannschaftsleistung des Überraschungsteams. Die Pokalsensation hatte durch ein Eigentor von Augsburgs Neuzugang Marek Suchy (9.) früh seinen Lauf genommen. Noch vor der Pause hatte Ron Schallenberg (23.) für die Schwarz-Weißen erhöht. Andre Hahn (83.) hatte per Foulelfmeter nur noch den Augsburger Anschluss erzielt.

          Für den 25-jährigen Brüseke war die restliche Wochenendplanung klar. „Sonntagfrüh wird trainingsfrei sein. Wenn nicht, dann streiken einige“, scherzte er und lachte: „Es wird das ein oder andere Kaltgetränk geben. Das haben wir uns heute auch verdient.“

          Sein Trainer Guerino Capretti, der beim TV-Interview nach dem Spiel eine Dusche über sich ergehen lassen musste und sicherlich keinen seiner Mannen vor Montag die Schuhe schnüren lassen wird, fasste das kaum für möglich gehaltene mit einem Kloß im Hals nach einem tiefen Atemzug voller Stolz zusammen: „Heute ist etwas ganz Besonderes passiert.“

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