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Schwierige Kandidatensuche : Wer wird neuer DFB-Präsident?

Als DFB-Präsident im April zurückgetreten: Reinhard Grindel Bild: dpa

Der Deutsche Fußball-Bund braucht einen neuen Chef – und will die Macht von genau jenem reduzieren. Davon würde besonders ein bestimmter Personenkreis profitieren.

          Die internationale Personalberatung Egon Zehnder hat für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht nur ein Profil entwickelt, welche Kompetenzen der nächste Präsident haben müsste. Das Unternehmen aus der Schweiz wird jetzt auch eng an der Auswahl eines Kandidaten für den Verbandsposten beteiligt sein. Eine zweistellige Zahl von Initiativbewerbungen sei angeblich parallel beim DFB eingegangen. Davon öffentlich wurde bisher nur der Name Ute Groth, eine Vereinsvorsitzende aus Düsseldorf vom katholischen Sportverband Deutsche Jugendkraft.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen oder vielleicht mehrere Bewerber endgültig bestimmen will die zuständige DFB-Findungskommission. Sie hat sechs Mitglieder, es handelt sich um die beiden DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball, DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge, den DFB-Vizepräsidenten Ronny Zimmermann sowie Ligachef Christian Seifert und Ligafunktionär Peter Peters. Ziel sei, den ausgewählten Kandidaten am 21. August den Regional- und Landesverbänden des DFB und der Ligaversammlung zu deren Tagungen in Berlin vorzustellen. Die Wahl des DFB-Chefs wird am 27. September auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt stattfinden. Die Neuwahl ist nach dem Rücktritt Reinhard Grindels Anfang April nötig geworden.

          Wie zu erfahren ist, könnten sich die Verantwortlichkeiten des Präsidenten grundlegend ändern. Aus der Satzung herausgestrichen werden soll seine Richtlinienkompetenz für alle Bereiche. Das heißt: Die Aufgaben sollen auf verschiedenen Schultern verteilt werden, zum Beispiel auch die internationale Vertretung in den Organisationen Fifa und Uefa. Das würde darauf hinauslaufen, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter an Verantwortung gewönnen. Dafür nähmen die repräsentativen Aufgaben des nächsten Präsidenten zu. Es besteht laut Satzung die Möglichkeit einer monatlichen Bezahlung des DFB-Chefs.

          Aus den Umfragen Zehnders unter fast 30 Beteiligten aus der Fußballbranche (wie andere Verbände, Sponsoren) habe sich außerdem ergeben, dass der DFB-Chef eine hohe Wirtschaftskompetenz aufweisen müsse. Ein Plan sieht vor, dass er als Aufsichtsratsvorsitzender der aufgewerteten DFB GmbH fungieren könnte. In dieser Gesellschaft werden zukünftig alle wirtschaftlichen Felder des Verbandes (getrennt von den ideellen Aufgaben) gesammelt, womit Geld verdient wird – wie das Geschäft mit der Nationalmannschaft oder dem DFB-Pokal. Wie es derzeit aussieht, könnte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius zugleich Vorsitzender der Geschäftsführung der DFB GmbH werden. Eine andere von weiteren Geschäftsführerstellen liefe auf den Direktor Sport, Oliver Bierhoff, hinaus. Die GmbH stünde für 80 bis 90 Prozent der Gesamteinnahmen des DFB. Der Ertrag des Verbandes betrug zuletzt 324 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2017).

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