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Solidarität nach Halle : Schweigeminuten im Amateurfußball

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Schweigeminute: Wie die Nationalmannschaft sendet auch der Amateurfußball ein Zeichen der Solidarität. Bild: dpa

Im Amateurfußball wurde am Freitag und wird am Wochenende der Opfer des rechtsextremistischen Anschlags von Halle gedacht. Auf zahlreichen Plätzen soll für eine Minute innegehalten werden.

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          Zum Gedenken an die Opfer des rechtsextremistischen Anschlags von Halle wird am Wochenende auf zahlreichen Fußballplätzen in Deutschland eine Gedenkminute abgehalten. Etliche der 21 im Deutschen Fußball-Bund organisierten Landesverbände ermutigten am Freitag ihre Vereine, vor den kommenden Partien einen Moment lang innezuhalten. Bereits vor dem Länderspiel der Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Argentinien (2:2) hatte es eine Schweigeminute gegeben.

          „In Zeiten wie diesen müssen wir umso mehr deutlich machen, dass Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft wie auch auf unseren Sportplätzen keinen Platz haben“, schrieb der Landesverband Sachsen-Anhalt auf seiner Internetseite. Der DFB befürwortet die Geste der Gedenkminute im Amateur- und Jugendbereich ausdrücklich. Oftmals wurde es den Vereinen von den Landesverbänden zudem freigestellt, mit Trauerflor aufzulaufen.

          „Nach dieser Tat in Halle empfinde ich tiefe Betroffenheit und Fassungslosigkeit. Der Fußballverband Niederrhein sagt ausdrücklich ’Nein’ zu Gewalt, zu Rassismus und zu Antisemitismus“, sagte Peter Frymuth, gleichzeitig Vizepräsident des DFB und Chef am Niederrhein. Bei dem Anschlag waren am Mittwoch in Halle eine Frau und ein Mann getötet worden, der Täter wollte zuvor in eine Synagoge eindringen.

          Der Hessische Verband veröffentlichte am Freitag eine Vorlage für die Stadionsprecher. „Der Hessische Fußball-Verband setzt deutliche Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit und entwickelt seine Maßnahmen im Rahmen von Fair Play Hessen permanent weiter. Jegliche Form von Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt werden verurteilt und strikt abgelehnt“, heißt es darin.

          In Halle verständigten sich die vier Profi-Sportvereine der Stadt zudem auf eine gemeinsame Aktion gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus, wie der Hallesche FC (Fußball), die Saale Bulls (Eishockey), die Union Halle-Neustadt (Handball) sowie die Gisa Lions (Basketball) mitteilten. Zum Auftakt sollten sich am Freitagabend im Eisdom vor dem Spiel der Bulls die Teams und Repräsentanten der Clubs hinter einem Banner mit der Botschaft „Zusammen gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus“ versammeln.

          Die Aktion soll bei den Heimspielen der Handball-Damen am Samstag und der Basketball-Frauen am Sonntag fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet das Heimspiel des HFC gegen den SV Meppen am 26. Oktober. Außerdem richten die vier Clubs ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen der beiden Todesopfer ein.

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