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Einzige Frau in Bundesliga : Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beendet Karriere

  • Aktualisiert am

Ein Strauß zum Abschied: Bibiana Steinhaus (Mitte) neben DFL-Chef Christian Seifert (links) Bild: AFP

Die sechsmalige „Schiedsrichterin des Jahres“ macht Schluss: Bibiana Steinhaus, Deutschlands bislang einzige Bundesliga-Schiedsrichterin, wird bei ihrem letzten Spiel mit Blumen verabschiedet. Der DFB bezieht Stellung.

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          Bibiana Steinhaus fasste ihren Entschluss wohlüberlegt und während der langen Zwangspause. „Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet“, sagte die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga und zog am Mittwoch völlig überraschend den Schlussstrich. Nach „sorgfältiger Abwägung vieler Faktoren“ habe sie sich dazu entschieden, ihre „nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichterin zu beenden“. Der Liga wird sie fehlen.

          Erst an diesem Mittwochmorgen hatte der Deutsche Fußball-Bund bestätigt, dass die Unparteiische, die seit 2017 in der Bundesliga pfiff, erstmals das deutsche Supercup-Finale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund leiten wird. Eine Auszeichnung. Und ein würdiger Abschied. Vor dem Anpfiff überreichte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, einen Blumenstrauß als symbolisches Abschiedsgeschenk. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Fritz Keller, hatte die Polizistin aus Hannover bereits zuvor gewürdigt: „Der deutsche Fußball muss künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern verliert auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne.“

          Als Schiedsrichterin Spitze im deutschen Profifußball: Bibiana Steinhaus
          Als Schiedsrichterin Spitze im deutschen Profifußball: Bibiana Steinhaus : Bild: Reuters

          Vor drei Jahren war Steinhaus auf den Rasen des Berliners Olympiastadions getreten, „in dem Wissen, Geschichte zu schreiben“, wie sie zuletzt erzählt hatte. Das Debüt der ersten Schiedsrichterin in der Bundesliga wurde weltweit beachtet. „Es war ein langer Weg“, sagte die 41-Jährige rückblickend.

          Für das freiwillige Ende der viel beachteten Laufbahn der Schiri-Pionierin sollen private Gründe ausschlaggebend sein. Die Altersgrenze für Bundesliga-Schiedsrichter liegt bei 47 Jahren und spielte ebenso keine Rolle wie ihre Leistungen. „Über die Gründe meines Rückzugs werde ich mich zu gegebener Zeit nochmals etwas ausführlicher äußern“, sagte Steinhaus.

          Sechsmal wurde Steinhaus „Schiedsrichterin des Jahres“, jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen. Doch so richtig in den Fokus rückte sie durch ihre Vorreiter-Rolle als erste Schiedsrichterin im Männer-Fußball. Nach ihr schaffte nur noch Riem Hussein diesen Sprung, die bislang aber noch nicht in der ersten Bundesliga zum Einsatz kam.

          „Bibiana Steinhaus hat sich in den vergangenen Jahren fest im Kreise der Bundesliga-Schiedsrichter etabliert und sich mit ihren Leistungen Respekt und Anerkennung verdient“, sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga. „Das Ende ihrer Karriere kommt überraschend. Persönlich wünsche ich ihr für die Zukunft alles Gute – und dass ihr der Supercup als würdiger Abschluss ihrer Laufbahn in Erinnerung bleibt.“

          Gut zuhören: Auch Stars wie Thiago, hier 2019 noch beim FC Bayern, folgten den Anweisungen von Bibiana Steinhaus.
          Gut zuhören: Auch Stars wie Thiago, hier 2019 noch beim FC Bayern, folgten den Anweisungen von Bibiana Steinhaus. : Bild: EPA

          Seit 2017 war Steinhaus in der Bundesliga aktiv – bis heute als einzige Frau. „Bibiana ist eine Ausnahme-Erscheinung“, lobte DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich damals und dankte ihr zum Abschied: „Ihr gebühren höchste Anerkennung für das, was sie erreicht hat, höchster Respekt für ihre Entscheidung und auch ein großer Dank von meiner Seite für die absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Steinhaus sei „eine absolute Bereicherung für den Fußball, sowohl von ihrer Art, die Spiele zu leiten, als auch im persönlichen Umgang“.

          23 Spiele leitete Steinhaus im Oberhaus und war darüber hinaus regelmäßig als Vierter Offizieller und zuletzt auch als Video-Assistent im Einsatz. Zehn Jahre zuvor hatte sie in der zweiten Bundesliga debütiert und dort sukzessive Vorurteile abgebaut.

          Ihr Credo: „Auch wenn das jetzt vielleicht platt klingt, aber ich möchte jedes anstehende Spiel gut leiten“, sagte Steinhaus jüngst. „Denn jedes Spiel hat den bestmöglichen Spielleiter verdient. Mein Antrieb ist, sich immer noch weiterentwickeln zu können und die Möglichkeit wird mir in jedem Spiel geboten.“ Damit ist nun Schluss.

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