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Kickboxer Güney Artak : Das „Biest“ sorgt als Fußballschiedsrichter für Ordnung

„Sein Erscheinungsbild ist natürlich imposant“: Güney Artak hat Problemspiele im Griff. Bild: Erk Bratke / Deister Journal

Güney Artak ist Kickboxer – und Fußball-Schiedsrichter. Er wird vor allem dann eingesetzt, wenn ein besonders hitziges Spiel erwartet wird. Es geht um Auftreten und Ansprache.

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          Gewalt gegen Schiedsrichter, das war es, was Güney Artak vor drei Jahren dazu bewog, selbst zur Pfeife zu greifen. Er wurde Fußballschiedsrichter. Er wollte helfen, dass sich was ändert. „Ich habe so viel Schlechtes gehört, da habe ich gedacht: ‚Jetzt muss ich handeln’“, schildert der 30-Jährige seine Entscheidung. Denn Artak ist eigentlich in einer anderen Sportart zuhause. „Güney Artak – auch bekannt unter dem Namen ‚Das Beast’“, so wird man auf seiner Homepage begrüßt, während Artak die Besucher seines Internetauftritts von einer Schwarz-Weiß-Photographie grimmig anstarrt, das Gesicht umrahmt von einem dichten, schwarzen Vollbart. Seit 2017 trägt „Das Beast (Biest)“ den Weltmeistertitel der WBU im Kickboxen, auch Trophäen bei den deutschen Meisterschaften und den Europameisterschaften hat er bereits gewonnen.

          Simon Hüsgen
          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Aber nun ist er auch als Fußballschiedsrichter in diesen Tagen ein gefragter Mann. Wer, wenn nicht ein Mann der Selbstverteidigung, kann Auskunft geben nach der Gewalteskalation vom Wochenende, die eine Diskussion ausgelöst hat weit über die deutschen Fußballplätze hinaus. Am Sonntagnachmittag läuft in der Kreisliga C im hessischen Dieburg die 85. Minute im Spiel zwischen dem FSV Münster und dem TV Semd, Kreisliga C, als der Schiedsrichter zunächst die Gelbe, dann die Rote Karte zückt. Mehrere Spieler umkreisen den Unparteiischen, drängen auf ihn ein, als ein Faustschlag den Referee am Kopf trifft und ihn niederstreckt. Ein Rettungshubschrauber muss den bewusstlosen 22-Jährigen in eine Klinik fliegen. Der FSV Münster zieht als Konsequenz daraus sein Team aus dem Spielbetrieb zurück; der Spieler, der zugeschlagen hat, wird aus dem Klub ausgeschlossen.

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