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Rasierschaum als Freistoßspray : „Gibt keinen Paragraphen, der das verbietet“

  • Aktualisiert am

Ein Schiedsrichter sprüht die Markierungslinie bei der WM in Brasilien. Bild: dpa

Im mittelsächsischen Pokalfinale hat Schiedsrichter Uwe Hofmann bei Freistößen mit Rasierschaum den Abstand der Mauer markiert. Ganz im Stile seiner WM-Kollegen. Im FAZ.NET-Interview spricht er über seine kuriose Aktion.

          Herr Hofmann, Rasierschaum als Freistoßspray bei einem Pokalfinale. Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen?

          Ich bin seit 31 Jahren Schiedsrichter. Dass ich das Finale leiten durfte, war eine Art Auszeichnung für die langjährige ehrenamtliche Arbeit. Und weil gerade alle die Weltmeisterschaft in Brasilien schauen, habe ich vor dem Spiel zu meinen Assistenten gesagt: Das mit dem Freistoßspray, das müssen wir unbedingt auch machen. Und dann haben wir es durchgezogen.

          Wie haben die Spieler reagiert?

          Die waren zuerst erstaunt, aber haben sich dran gehalten und sind brav hinter der Linie geblieben. Und den Ball hat der Schütze auch im Rasierschaumkreis liegen gelassen. Die sind alle friedlich gewesen.

          Wie oft haben Sie denn die Mauer hinter eine Rasierschaumlinie verbannt?

          In der 40. Minute gab es einen Freistoß für Mulda kurz vor dem Strafraum. Da habe ich das Spray das erste Mal ausgepackt. Und in der zweiten Halbzeit dann noch zwei Mal.

          Und wie haben die Trainer der Mannschaften darauf reagiert?

          Ach, die fanden das alle lustig. Ich bin für meinen Humor gelobt worden. Auch die 350 Zuschauer und die Mannschaften fanden die Idee super.

          Der Trainer von Freiberg hat das sogar als „Weltklasse-Aktion“ betitelt.

          Eben. Ich werde da jeden Tag noch drauf angesprochen, da hat sich keiner beschwert.

          Bis auf Volker Meinel, den Vorsitzenden des Sportgerichts des Kreisverbandes Mittelsachsen. Der hat angekündigt, dass die Aktion für Sie ein Nachspiel hätte...

          Ja, weil das Spray noch nicht in der Bundesliga eingeführt wurde. Aber das hat der DFB ja vor. Und wenn die das bei der WM benutzen, werde ich das wohl auch dürfen. Es gibt ja auch keinen Paragraphen, der das verbietet.

          Fürchten Sie also keine Konsequenzen?

          Der Herr Meinel will mich ja noch abstrafen. Aber der ist manchmal etwas diktatorisch in seinen Aussagen. Wir sehen uns am Wochenende beim Athletiktest für uns Schiedsrichter, da hilft er meistens mit und nimmt die Zeit. Da sprechen wir dann mal drüber. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.

          Dann wollen Sie Ihr Rasierschaum-Freistoßspray also auch in Zukunft noch verwenden?

          Nein, jetzt ist ohnehin erst mal Sommerpause. Und ich warte ab, ob der Deutsche Fußball-Bund noch was dazu sagt. So lange halte ich meine Füße und die Dose erst einmal still. Das war eine einmalige Aktion.

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