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Scherbenhaufen Ost-Fußball : Aus 2+6 wird bestenfalls 0+3

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Symbolbild Ost-Fußball: abgestiegene Dresdner Spieler Bild: dpa

Nach den Abstiegen von Dynamo Dresden und Energie Cottbus aus der zweiten Liga stehen die Ost-Vereine so bescheiden wie lange nicht in der deutschen Fußball-Landschaft da.

          Fast ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung liegt der Ost-Fußball am Boden. Was nach dem Mauerfall mit der 2+6-Regelung begann - zwei Vereine qualifizierten sich für die Bundesliga und vier für die 2. Bundesliga - ist nach den Abstiegen von Dynamo Dresden und Energie Cottbus in die 3. Liga im besten Fall auf die bescheidene Formel 0+3 reduziert.

          Nur noch der 1. FC Union Berlin und der FC Erzgebirge Aue repräsentieren künftig den Fußball-Osten sicher im deutschen Profi-Fußball. RB Leipzig als Verein ohne Ost-Tradition kämpft als Aufsteiger noch um Lizenz und Akzeptanz außerhalb der Stadtgrenzen.

          Nur zwei Ost-Clubs waren es auch 2008/2009, als Energie Cottbus in der Bundesliga und Hansa Rostock im Unterhaus spielte. Vor fünf Jahren hatte sich Cottbus als letzter Verein der ehemaligen DDR aus der Bundesliga verabschiedet. Seitdem ist der Osten im Oberhaus nur noch Zuschauer.

          Begonnen hatte das Projekt Bundesliga 1990/91 mit Dynamo Dresden und Hansa Rostock. Die Hanseaten mussten gleich in der Premierensaison wieder absteigen, kämpften sich aber später wieder zurück und spielten insgesamt zwölf Spielzeiten erstklassig.

          Nur vier Ost-Vereine schafften es überhaupt in die erste Liga

          Dresden (1991–95) hielt sich anfangs vier Jahre oben, kam aber nach dem ersten Abstieg nicht mehr wieder in der Bundesliga an. Zweimal schaffte Energie Cottbus (2000–03, 2006–09) den Aufstieg in die Bundesliga, verweilte dort insgesamt sechs Jahre und steigt nun gemeinsam mit Dresden in die 3. Liga ab.

          In der 2. Bundesliga waren im Jahr 1 des wiedervereinten deutschen Fußballs die Ost-Teams FC Rot-Weiß Erfurt, Hallescher FC, Chemnitzer FC, FC Carl Zeiss Jena, Stahl Brandenburg sowie der VfB Leipzig (ehemals und jetzt wieder Lok Leipzig) in der damals zweigeteilten Liga gestartet. Zwischendurch hatten sich auch der VfB Zwickau (1994 bis 1998) und der SV Babelsberg (2001/02) kurzfristig in die zweite Etage hochgespielt.

          Auf dem Abstellgleis

          Erfurt, Halle und Chemnitz spielen derzeit ebenso wie Rostock in der 3. Liga - wohin in der kommenden Saison nun auch Cottbus und Dresden stoßen werden.

          Noch eine Etage tiefer, in der viertklassigen Regionalliga Nordost, kicken derzeit Jena, Zwickau, Babelsberg sowie Lok Leipzig. Der Leipziger Traditionsverein, der 1993/94 unter dem Namen VfB Leipzig auch mal eine Saison in die Bundesliga spielte, fing nach einem Insolvenzverfahren 2004 mit dem neuen alten Namen Lok Leipzig wieder ganz unten an, in der 3. Kreisklasse.

          Nach einer Fusion mit dem bessergestellten SSV Torgau und drei Aufstiegen schob sich der Verein zumindest wieder in die vierte Liga, rangiert dort zwei Spieltag vor Schluss aber auf dem Abstiegsplatz - dem Abstellgleis des fußballerischen Nichts.

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