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2:2 in Mönchengladbach : Schalke ist ohne Sieg weiter

  • -Aktualisiert am

Viertelfinale! Nabil Bentaleb hat Schalke ins Viertelfinale geschossen Bild: AFP

Zwei deutsche Duelle ohne Verlierer, aber Schalke ist der Sieger: Im Europa-League-Achtelfinale setzen sich die Königsblauen dank der Auswärtstorregel gegen Mönchengladbach durch. Dabei sieht die Borussia schon wie der Sieger aus.

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          Rainer Bonhof, der Vizepräsident von Borussia Mönchengladbach, hatte sich viel von diesem Europapokalabend versprochen. „Das wird kein kleiner, sondern ein großer Höhepunkt der Saison“, sagte er vor dem Achtelfinalrückspiel gegen den FC Schalke 04. Nach den Toren von Andreas Christensen (26. Minute) und Mahmoud Dahoud (45.) hatte es zumindest so ausgesehen, als sollten die Rheinländer das Viertelfinale der Europa League erreichen. Doch Leon Goretzka (54.) und Nabil Bentaleb mit einem umstrittenen Handelfmeter (68.) brachten Schalke wieder ins Spiel.

          So wurde das dritte Aufeinandertreffen beider Teams innerhalb von zwölf Tagen zu einem Fußball-Drama, das bis zum Schluss spannend blieb. Letztlich genügte den Königsblauen das 2:2 vor 46.283 Zuschauern im Borussia-Park aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstore. Im Hinspiel hatte man 1:1 getrennt. „Der Wille war heute groß bei meiner Mannschaft“, sagte Schalkes Trainer Markus Weinzierl. „Sie wollte ein großes Ziel unbedingt erreichen.“

          Schon vor dem Anpfiff hatten sich die Fanlager beider Klubs mit ihren Gesängen ein leidenschaftliches Duell geliefert. Auf dem Rasen ging es zunächst ein wenig verhaltener zu. Nach dem Unentschieden im Hinspiel wollte keine Partei zu früh ins Risiko gehen. So blieb die erste Kopfballchance für den Gelsenkirchener Stürmer Guido Burgstaller in der Anfangsphase die Ausnahme. Erst Mitte der ersten Hälfte nahm das Spiel Fahrt auf. Ein Kopfstoß von Josip Drmic und ein Distanzschuss von Raffael ließen ahnen, dass die Gladbacher dem Führungstreffer näher kamen. Und das obwohl, Trainer Dieter Hecking früh auswechseln musste – Jonas Hofmann, in Gelsenkirchen der Schütze des Führungstreffers, ersetzte den verletzten Mittelfeldspieler Fabian Johnson.

          Den Schalkern waren die ersten Abschlüsse des Gegners offenbar nicht Warnung genug. Nach einem Freistoß in den Strafraum jedenfalls zeigte sich die Abwehr der Westfalen außerstande zu verhindern, dass Drmic an den Ball kam, der den verletzten Kapitän Lars Stindl vertrat. Der Stürmer leitete den Ball weiter zu Christensen, der ohne zu zögern den Abschluss suchte und in Benedikt Höwedes einen unfreiwilligen Helfer fand – der Kapitän der Königsblauen lenkte die Kugel ins eigene Tor. In Rückstand geriet Schalke unter Zugzwang und tat mehr für die Offensive.

          Guter Auftakt für Mönchengladbach: Christensen bringt die Borussia in Führung Bilderstrecke
          Guter Auftakt für Mönchengladbach: Christensen bringt die Borussia in Führung :

          Goretzka, der zuletzt gefehlt hatte, erzeugte zwar Gefahr, vergab aber zweimal die Möglichkeit zum Ausgleich. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs tat sich eine Konterchance für Schalke auf, doch statt einen Mitspieler in Position zu bringen, ermöglichte Eric Maxim Choupo-Moting mit einem Ballverlust Gladbach einen schnellen Gegenzug, der zum zweiten Tor für die Borussia führte. Dahoud wuchtete den Ball aus etwa 25 Metern Entfernung ins Netz. Schalke brauchte nun mindestens zwei Tore, um weiterzukommen.

          Goretzka mit Glück

          Die Gelsenkirchener kehrten als erste Mannschaft zurück aus der Kabine, als wollten sie zeigen, dass sie trotz des Rückstands entschlossen waren, alles daran zu setzen, doch noch das Viertelfinale zu erreichen. Um dieses Ziel energischer verfolgen zu können, nahm Cheftrainer Markus Weinzierl einen offensiven Wechsel im Mittelfeld vor: Max Meyer kam für Johannes Geis in die Partie – und Schalke alsbald zum Anschlusstreffer. Nachdem Jannik Vestergaard den Ball zu kurz abgewehrt hatte, nutzte Goretzka die Gunst des Augenblicks zu einem Distanzschuss, der auf den ersten Blick haltbar schien, aber kurz vor Yann Sommer tückisch aufsetzte, so dass der Torhüter ihn nicht zu fassen bekam.

          Die Schalker waren nun endgültig voll drin in der Partie und verfolgten ihr Ziel mit Nachdruck. Dabei kam ihnen der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg zu Hilfe, der es als strafbares Handspiel wertete, dass Dahoud der Ball im eigenen Strafraum wohl an den Oberarm sprang. Eine fragwürdige Entscheidung, da der Gladbacher versucht hatte, sich wegzudrehen. Bentaleb nutze den Elfmeter eiskalt zum Ausgleich. „Für mich ist unstrittig, dass das kein Elfmeter ist. Aber wir dürfen uns damit nicht lange aufhalten“, sagte Borussia-Trainer Dieter Hecking.

          Plötzlich war Schalke im Vorteil. Aus einer Partie, die vermeintlich schon entschieden war, wurde ein hoch spannender, offener Schlagabtausch, den beide Mannschaften mit viel Einsatz und Biss führten. Das Spiel wogte hin und her, in ihrem vierzigsten Pflichtspiel seit Beginn der Saison gelang es den Gladbachern aber nicht mehr, den Siegtreffer zu erzielen, den sie gebraucht hätten, um doch noch in die Runde der letzten acht Mannschaften einzuziehen. „Wir sind meines Erachtens verdient weitergekommen“, sagte Manager Christian Heidel. „Jetzt freuen wir uns auf eine weitere europäische Begegnung. Jetzt wird es ja auch ganz sicher ein europäischer Gegner.“

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