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3:2 in Bielefeld : Schalke besteht einen Pokalkampf

  • -Aktualisiert am

Da sah es nach einem Spaziergang für Schale aus: Benito Raman trifft. Bild: EPA

Schalke 04 beginnt souverän. Doch im Gefühl des sicheren Sieges lassen die „Knappen“ Bielefeld noch einmal zurück ins Spiel. Am Ende ist der Sieg nach einer 3:0-Führung glücklich.

          3 Min.

          Der FC Schalke 04 hat am Dienstagabend auf der Bielefelder Alm ein westfälisches Oktoberfest gefeiert. Aber nur während der ersten 45 Minuten, als der Tabellensiebte im Zweitrundenpokalspiel bei Arminia Bielefeld den Ostwestfalen enteilte. 3:0 führten die scheinbar ungefährdeten Schalker durch die Tore von Schöpf (16. Minute) sowie Raman (25./31.). Nichts schien darauf zu deuten, dass die Bielefelder noch einmal gefährlich zurückkommen würden. Doch der Zweite der Zweiten Bundesliga, der sich in der kommenden Saison mit den Schalkern gern in der höchsten Spielklasse messen möchte, feierte ein nahezu sensationelles Comeback. Als bei Schalke die Kräfte und die Konzentration nachließen, schlugen Klos (72.) und Soukou (78.) mit ihren Toren zurück. Am Ende blieb es beim letztlich sogar glücklichen Schalker 3:2-Sieg, um den die Königsblauen in den letzten Spielminuten mächtig zittern mussten.

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          Wie recht doch der Bielefelder Trainer Uwe Neuhaus zunächst gehabt hatte. Einen Tag vor dem Duell mit dem klassenhöheren Gegner hatte er über die Königsblauen gesagt: „Schalke hat eine aggressive Spielweise, die den Gegner nicht zur Ruhe kommen lässt.“ Genauso geschah es auf der mit 26 200 Zuschauern ausverkauften Alm. Die Gelsenkirchener diktierten das Spiel von Beginn an mit Tempo, Wucht, Spielwitz und Entschlossenheit. Und da der Bundesliga-Siebte diesmal anders als im Punktspielbetrieb auch das Toreschießen nicht vergaß, schien die Entscheidung in diesem Spiel rasch gefallen. Die Bielefelder, überrascht und überrollt von der Schalker Vehemenz lagen schon nach einer halben Stunde aussichtslos zurück.

          Der Schalker Trainer David Wagner dagegen genoss das wärmende Gefühl, sich auch auf die Spieler verlassen zu können, die bisher noch nicht so oft erste Wahl waren. Allen voran glänzte der aus Düsseldorf gekommene belgische Flügelstürmer Benito Raman, dessen Geschwindigkeit und Spielkunst die Ostwestfalen nichts entgegen zu setzen hatten. Raman schoss das 2:0 mit einem Chip über Torhüter Ortega hinweg, der diesen Treffer mit einem Fehlpass auf Uth eingeleitet hatte, und Raman traf bei einem Konter in einer komfortablen Drei-gegen-Eins-Situation auch noch zum 3:0. Eingeleitet hatte die Schalker Trefferserie der Österreicher Alessandro Schöpf mit einem Distanzschuss zum 1:0.

          Frischer Schuss Selbstbewusstsein

          Bei Halbzeit konnten die konsternierten Bielefelder froh sein, dass sie nicht noch höher zurücklagen – so eklatant war die Schalker Überlegenheit. Die Arminia, auf dem Aufstiegsplatz zwei der Zweiten Bundesliga liegend, bekam schon einmal zu spüren, was auf sie alles zukommen kann, wenn sie tatsächlich den achten Bielefelder Aufstieg in die Erstklassigkeit schaffen sollte. Zum Glück für die Ostwestfalen ließen es die Schalker nach der Pause beim Blick auf das kommende Bundesliga-Wochenende eine Spur gemächlicher angehen. Dieser Gangart konnten die Arminen dann besser folgen. Nun besaß Bielefeld auch seine erste Chance, als Klos soeben gebremst und Voglsammers anschließender Schuss vom Schalker Innenverteidiger Sané geblockt wurde (55.).

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          Das Gefühl, endlich mitspielen zu dürfen, gab den im Grunde längst besiegten Bielefeldern einen frischen Schuss an Selbstbewusstsein. Daraus machte Klos, einer der besten Zweitligastürmer, rund eine Viertelstunde später das Beste, als er die präzise Hereingabe von Clauss mit einem Schuss unter die Latte zum 1:3 nutzte. Wie gut der Charakter dieser Bielefelder Mannschaft ist, bekamen die Schalker nun zu spüren. Soukou verkürzte fünf Minuten später auf 2:3. Die Arminia bewies nun die in der zweiten Liga schon oft demonstrierte Unbeugsamkeit auch unter widrigen Bedingungen. Klos hätte wenig später sogar noch ausgleichen können, als er den Ball mit der Hacke ins Tor zu lenken versuchte (78.). Als Voglsammers Schuss (90.) vom Pfosten zurückprallte, waren sie in Bielefeld erst recht außer Rand und Band. Die Fans des DSC waren begeistert ob dieses Comebacks auf beachtlichem Niveau.

          Sie feierten ihr Team trotz der am Ende fast noch unglücklichen Niederlage in diesem mitreißenden Pokalthriller minutenlang. Als niemand mehr damit rechnete, machte Arminia Bielefeld so etwas wie eine grandiose Eigenwerbung und veredelte damit einen lange einseitigen Pokalabend, in dem der Bundesligaklub seine Arbeit zu früh beendete. Das aber darf man auf der Alm nie tun. In der zweiten Liga wissen sie das. In der ersten Liga sind sie seit Dienstag gewarnt vor dieser Mannschaft, die sich gegen die Schalker auf erstklassige Weise für die Versetzung in die Bundesliga empfahl.

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