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Besser als Bayern München : SC Freiburg und Streich bleiben bescheiden

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Neun Punkte aus vier Spielen: Da lächelt sogar der stets skeptische „Kulttrainer“ Christian Streich Bild: dpa

Trainer Streich hält nichts vom Blick auf die Bundesliga-Tabelle. Dass der SC Freiburg derzeit vor den Bayern steht, wischen die Breisgauer beiseite: „Alles Punkte gegen den Abstieg.“

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          Christian Streich ist in „Erklärungsnot“. Eigentlich hätte es dem Trainer des SC Freiburg gereicht, dass er eine Stunde nach Abpfiff immer noch Fragen zum Höhenflug seiner Mannschaft beantworten musste. Doch am Tag nach dem 3:0 (1:0)-Sieg bei der TSG Hoffenheim und dem Sprung auf Platz drei der Fußball-Bundesliga kamen die Fernsehleute im Breisgau vorbei.

          Und so musste Streich in der Sky-Sendung „Wontorra on Tour“ abermals erläutern, warum der Sport-Club nach vier Spieltagen besser als Bayern München ist – zumindest nach Zahlen. Dabei ist das dem Coach völlig egal – sagt er zumindest. „Es interessiert mich null, wo wir in der Tabelle stehen. Wenn die Saison vorbei ist, dann schaue ich mir die Tabelle an“, erklärte Streich: „Mich interessiert nur, wie viele Punkte wir haben. Und wenn wir am Ende 40 hätten, wäre es toll.“

          Derzeit sind es neun nach vier Spielen, bei zehn geschossenen Toren. Aber auch die historische Liga-Bestmarke nach vier Partien juckt Streich nach eigener Aussage genauso wenig wie der Tabellenplatz. „Momentan ist es leicht. Aber schwierig wird es in vier, acht oder zwölf Wochen – wenn wir mal fünf, sechs oder sieben Spiele nicht gewonnen haben“, sagte der 54-Jährige. Vom Gerede über ein mögliches Überraschungsteam aus Freiburg hält er gar nichts: „Wenn wir anfangen zu träumen, gewinnen wir kein Spiel mehr in der Vorrunde. Deswegen wäre es besser, wenn wir nicht träumen.“

          Der Auftritt beim badischen Duell vor 29.395 Zuschauern in Sinsheim ließ aber zumindest die Fans von einer erfolgreichen Saison wie einst 1994/95 träumen, als der SC sogar am Ende der Saison Dritter war – ganze drei Punkte hinter Meister Borussia Dortmund und ebenfalls drei vor den großen Bayern. Bei den Verantwortlichen wird nun aber keiner so plötzlich die Europacup-Teilnahme als neues Ziel ausrufen. Der Sport-Club will auch nächste Saison im neuen Stadion im Oberhaus spielen – das ist alles, was erst mal zählt.

          In Sinsheim trafen Christian Günter (11.), Janik Haberer (38.) und Nils Petersen (59.) für den mannschaftlich ungemein geschlossen auftretenden SC, der zuvor nur eines seiner zurückliegenden elf Spiele gegen die TSG gewonnen hatte. Der bisher letzte Sieg im Kraichgau war den Freiburgern vor neun Jahren gelungen. Nun leistete sich Streich sogar den Luxus, neben Senkrechtstarter Luca Waldschmidt auch noch andere Leistungsträger auf die Bank zu setzen.

          Großer Kader, gut besetzt: der SC Freiburg spielt derzeit stark auf

          Der Kader der Freiburger scheint so gut besetzt wie noch nie zuvor. Selbst Sportvorstand Jochen Saier sagte bei aller Zurückhaltung über das Potential der Mannschaft: „Wir sind selbstbewusst. Ich finde schon, dass wir einen guten Kader haben. Jetzt geht es darum, Stabilität zu bekommen, das weiter zu veredeln. Die Qualität dafür haben wir auf jeden Fall." Dabei hatte Streich aber zuvor eingeräumt, dass ihm sein Kader mit 29 Profis eigentlich zu groß ist: „Ich muss derzeit viele enttäuschen.“ Mit Haberer und Kapitän Mike Frantz, den der SC-Trainer ausdrücklich lobte, glänzten aber schon mal zwei, die zuletzt auch draußen saßen.

          Qualität besitzen die Freiburger sicherlich auf der Torwart-Position. Alexander Schwolow zeigte abermals eine starke Vorstellung. Der Keeper war aber noch mehr von seinen Vorderleuten beeindruckt. „Es ist kein schlechtes Gefühl, wenn man so dominant auftritt“, sagte Schwolow, der ansonsten ganz im Sinne seines Trainers aufkommende Euphorie bremste: „Wir sind auf einem guten Weg, aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen – das sind alles Punkte gegen den Abstieg.“

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