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Newcastle United : Doch keine Übernahme durch Investoren aus Saudi-Arabien

  • Aktualisiert am

Wer kauft Newcastle United? Bild: AP

Ein Konsortium aus Saudi-Arabien wollte den englischen Traditionsklub Newcastle United übernehmen. Nach heftigen Protesten zog die Investorengruppe ihr Angebot nun zurück. Verkauft werden soll der Verein trotzdem.

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          Die umstrittene Übernahme des englischen Fußball-Erstligaklubs Newcastle United durch ein von Saudi-Arabiens Staatsfonds (PIF) unterstütztes Konsortium ist geplatzt. Die Investorengruppe zog das Angebot nach wochenlangem Warten am Donnerstag zurück. Die Übernahmedokumente befanden sich seit April zur Prüfung bei der Premier League, deren Zustimmung für den Deal erforderlich war.

          „Mit tiefer Wertschätzung für die Gemeinde von Newcastle und die Bedeutung des Fußballklubs sind wir zu der Entscheidung gekommen, unser Interesse an der Übernahme von Newcastle United zurückzuziehen“, hieß es in einem Statement der Investmentgruppe, aus dem verschiedene Medien zitieren. Der „langwierige Prozess unter den gegenwärtigen Umständen in Verbindung mit der globalen Unsicherheit“ habe dazu geführt, „dass die potentielle Investition nicht mehr wirtschaftlich tragfähig“ sei.

          Laut Medienberichten wollte das Konsortium, das von der britischen Geschäftsfrau Amanda Staveley angeführt wird, Newcastle United für rund 300 Millionen Pfund (ca. 340 Millionen Euro) übernehmen. Der Öffentliche Investmentfonds Saudi-Arabiens hält demnach 80 Prozent an dem Konsortium und wäre somit auch Mehrheitseigner des Klubs geworden.

          Vor allem deshalb hatte es scharfe Kritik an dem möglichen Besitzerwechsel gegeben. Der Vorsitzende des PIF ist Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman. Das Angebot war von Amnesty International und der Ehefrau des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi wegen Menschenrechtsverletzungen in dem Golfstaat scharf kritisiert worden.

          Zudem hatte der qatarische Fernsehsender BeIN Sports die 20 Vereine der Premier League und die Liga-Bosse in einem Brief vor dem Geschäft gewarnt. BeIN Sports warf dem saudischen Piratenkanal BeoutQ vor, illegal internationale Sportveranstaltungen zu übertragen und das Programm des qatarischen Senders zu stehlen. Bundesliga, Fifa und Uefa halten die Vorwürfe aufgrund einer Studie für belegt.

          Wie es nun für Newcastle United weitergeht, ist unklar. Der bei den Fans unbeliebte Inhaber Mike Ashley will den Klub nach 13 Jahren verkaufen. Im Juni hatten Medien berichtet, der amerikanische Geschäftsmann Henry Mauriss biete sogar 350 Millionen Pfund (ca. 390 Millionen Euro) und wolle die Magpies noch vor Beginn der nächsten Saison übernehmen. Die Gespräche mit Mauriss sollen angeblich fortgeführt werden.

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