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Sami Hyypiä : Ruhiger Alleingänger

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Ein Vulkan finnischer Art: Leverkusens-Trainer Sami Hyypiä Bild: dpa

Sami Hyypiä spricht nicht allzu viel, trotzdem führt der Trainer Leverkusen zum Erfolg. Die Ruhe hat den Finnen schon als Spieler ausgezeichnet. Bei Bayer führt er das Team nun alleine.

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          Aus dem Fall für zwei ist ein Fall für einen geworden - ein Fall für Sami Hyypiä. Fünfzehn Monate lang hatte der Finne gemeinsam mit Sascha Lewandowski, einem weitgehend unbekannten, aber gewieften Taktiker, für die Trainingsarbeit bei Bayer 04 Leverkusen verantwortlich gezeichnet und den Verein auf direktem Wege in die Champions League geführt.

          Am Ende mussten alle Beteiligten feststellen, dass Erfolg entgegen einer weitverbreiteten Ansicht doch nicht immer das verbindende Element ist, das alles und jeden zusammenhält. Lewandowski zog sich zurück, um der Nachwuchsarbeit wieder seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

          Auf der Kommandobrücke der Profiabteilung blieb Hyypiä allein zurück. Und er scheint nicht böse darüber zu sein. Schon ausgangs der Zusammenarbeit deutete der berühmtere Teil des ungleichen Paares an, dass die Entscheidungswege einer solchen Doppelspitze doch recht weitläufig und zuweilen verworren seien.

          Die ersten Ergebnisse und die formalen Voraussetzungen sprechen für den Alleingang. Hyypiä absolviert einen Lehrgang des Europäischen Fußballverbandes, um die Trainerlizenz zu erhalten. Die Teilnahme versetzt ihn in die Lage, schon vor dem Examen als Cheftrainer zu arbeiten. Hyypiä hat seine Meinung also geändert. Als er noch Teilhaber war und Lewandowski offiziell der Chef, hatte er sogar Zweifel geäußert, ob der Trainerberuf das Richtige für ihn sei.

          2009 jubelten Stefan Kießling und Sami Hyypiä noch auf dem Feld zusammen

          Inzwischen sind diese Zweifel verflogen. „Ich genieße es einfach, wenn wir etwas üben und die Mannschaft das am Wochenende auf dem Platz zeigt“, sagt Hyypiä. „Aber es ist harte Arbeit. Spieler zu sein war viel angenehmer.“ Als Cheftrainer strahlt Hyypiä vor allem das aus, was ihn schon als Spieler ausgezeichnet hat: Ruhe. Zumindest in der Öffentlichkeit.

          Gehaltvollere Aussagen macht er offenbar im Umgang mit den Spielern, die zu ihm aufschauen, weil er international dekoriert ist. Hyypiä verteidigte zehn Jahre lang im Abwehrzentrum des englischen Traditionsvereins FC Liverpool. Auch das qualifiziert ihn als Mann, auf den es ankommt. Im Finale einst gegen den AC Mailand lag Liverpool 0:3 zurück, doch Hyypiä und seine Mitstreiter schufen ausgeglichene Verhältnisse und gewannen schließlich im Elfmeterschießen.

          „Zuerst wollten wir nur den Ehrentreffer erzielen, damit die Fans etwas Grund zur Freude hätten. Aber wie wir dann das Spiel gedreht haben, das war außergewöhnlich und nicht zu beschreiben.“ Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind, und die Spiele, die auch einem Trainer, der nicht (zu) viel redet, eine Aura verleihen.

          Hyypiä spricht nicht allzu viel, fühlt sich aber besser verstanden. Sein Detusch sei „immer noch nicht perfekt“, sagt er. „Aber ich bin in der Lage, die Ansprachen selbst zu machen. Meine Fehler sind mir egal, solange die Spieler verstehen, was ich von ihnen verlange.“

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