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Entlassener England-Trainer : Für Allardyce hat die „Hinterlist“ gewonnen

  • Aktualisiert am

Am Tag nach seiner Entlassung gibt Sam Allardyce vor seinem Haus in Bolton ein Interview Bild: AFP

Nach seinem Aus als englischer Nationaltrainer wegen dubioser Tipps zur Umgehung von Transferregeln gibt sich Sam Allardyce nur bedingt einsichtig. In einem Interview spricht der Brite über seine Pläne. Der „Telegraph“ kündigt derweil weitere Enthüllungen an.

          Der geschasste englische Nationaltrainer Sam Allardyce hat angekündigt, England nach seiner Freistellung zunächst einmal zu verlassen. „Ich werde erstmal ins Ausland gehen, mich erholen und über alles nachdenken“, erklärte Allardyce dem Fernsehsender BBC am Mittwoch. Der 61-Jährige musste nach nur einem Spiel als Trainer der „Three Lions“ seinen Posten wieder abgeben, wie der Verband am Dienstagabend erklärte. „Die Vereinbarung mit der FA wurde sehr einvernehmlich getroffen“, sagte Allardyce.

          Auslöser war ein Bericht des „Daily Telegraph“. Demnach soll Allardyce bei einem Treffen mit verdeckt recherchierenden Reportern Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben haben. Die Journalisten hatten sich als Geschäftsleute ausgegeben und filmten heimlich mit. „Ich denke, es war dumm das zu machen. Hinterlist hat in diesem Fall gewonnen und das habe ich zu akzeptieren“, erklärte der Trainer. Er bedauere „die unglückliche Situation, in die ich mich selbst gebracht habe“.

          Das Team der Engländer soll nun vorerst U21-Trainer Gareth Southgate übergangsweise bis zum Jahresende übernehmen und auf die WM-Qualifikationsspiele vorbereiten. Seine Premiere feiert er mit den Engländern am 8. Oktober in Wembley gegen Malta; am 11. Oktober geht es dann nach Slowenien. „Gareth und dem kompletten Team wünsche ich das Beste“, sagte Allardyce.

          Unterdessen hat der Generaldirektor des englischen Fußballverbands (FA), Martin Glenn, die Trennung von Allardyce als „schmerzhafte, aber richtige Entscheidung“ bezeichnet. Dies erklärte er in einem Interview mit dem TV-Sender der FA. „Es waren sehr schwierige 24 Stunden. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass Sams Verhalten unpassend war und nicht das ist, was wir von einem Nationalcoach erwarten“, sagte Glenn weiter. „Sam ist absolut bestürzt. Er erkennt, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hat“, erklärte Glenn.

          Weitere Enthüllungen

          Der „Daily Telegraph“ hat derweil weitere Enthüllungen angekündigt. Acht aktuelle und ehemalige Premier-League-Trainer hätten den Recherchen zufolge Schmiergeld für Spielertransfers erhalten, schrieb die Zeitung. Sie berief sich auf Aussagen von Spielervermittlern. Details würden in den kommenden Tagen veröffentlicht, sagte ein „Telegraph“-Sprecher am Mittwoch.

          Darunter sei auch der Name eines Co-Trainers, der von Undercover-Reportern umgerechnet 5800 Euro (5000 Pfund) an Schmiergeld entgegengenommen haben soll. Das Blatt habe „umfassende Beweise“ für Korruption im Fußball gefunden, hieß es.

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