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Europa League : Provokation mit Putin

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Dmitri Tarassow zeigt umstrittenen Patriotismus auf dem Unterhemd: „Der höflichste Präsident“ Bild: AP

Der Moskauer Fußballspieler Tarassow zeigt nach dem Risikospiel in Istanbul ein Shirt mit Putin-Bild und einem Spruch, der sich auf die Annexion der Krim bezieht. Die Uefa ermittelt.

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          Die Europäische Fußball-Union (Uefa) ermittelt gegen Russlands Nationalspieler Dmitri Tarassow wegen eines verbotenen patriotischen Putin-T-Shirts. Der Spieler von Lokomotive Moskau hatte nach dem 0:2 in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul am Dienstagabend sein Trikot ausgezogen und darunter ein Shirt mit dem Bild von Kremlchef Wladimir Putin gezeigt. Darauf war der Aufdruck „Der höflichste Präsident“ zu lesen.

          Die Botschaft bezieht sich auf eine Aussage von Putin 2014, der russische Soldaten bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim als „höfliche Leute“ gelobt hatte. Tarassow kommentierte seine Aktion mit den Worten: „Das ist mein Präsident. Ich schätze ihn und möchte zeigen, dass ich ihn unterstütze. Auf dem Shirt steht alles, was ich sagen wollte.“

          Nach Sicht der Uefa verstößt Tarassows „ungebührliche Verhalten“ gegen Wettbewerbsregeln, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Politische und religiöse Botschaften sind bei internationalen Spielen verboten. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss werde sich mit dem Fall am 17. März beschäftigen. Dem Verein droht neben dem Ausscheiden aus der Europa League deshalb auch eine Strafe.

          Lokomotive Moskau hatte einen Kommentar zunächst abgelehnt, später aber das Verhalten seines Spielers als „ungehörig und schädlich“ kritisiert. Der 28-Jährige werde mit einer Disziplinarstrafe belegt, teilte der Verein am Mittwoch in Moskau mit. Lokomotive habe die Aktion nicht verhindern können, da Tarassow niemanden eingeweiht habe. „Tarassow sollte Patriotismus auf dem Spielfeld zeigen, nicht auf dem Unterhemd. Ein 3:0 im Rückspiel wäre die höchste Erscheinungsform von Patriotismus“, meinte Igor Lebedew, Exekutivkomitee-Mitglied des russischen Fußballverbands (RFS).

          Ohnehin ein Risikospiel: Polizei bei der Partie Fenerbahce Istanbul gegen Lok Moskau
          Ohnehin ein Risikospiel: Polizei bei der Partie Fenerbahce Istanbul gegen Lok Moskau : Bild: AP

          Das Verhältnis zwischen Russland und der Türkei ist stark belastet, seit die Türkei im November einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen hat. Zur Sicherung des Risikospiels, das Lokomotive gegen den türkischen Tabellenführer nach zwei Treffern des Brasilianers Souza (18./72. Minute) klar verloren hatte, waren russische Polizisten nach Istanbul gereist. Unklar ist, ob auch türkische Sicherheitskräfte zum Rückspiel am 25. Februar nach Moskau kommen.

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