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Rücktritt nach acht Spielen : Wagner bleibt sich treu

Nicht pflegeleicht, aber eben auch nicht Weltklasse: Sandro Wagner Bild: AFP

Sandro Wagner ist angriffslustig. Als Stürmer und Mensch. Doch ein Typ wird man auch im Fußball nicht mit Worten. Schon gar nicht mit Worten über sich selbst. Ein Kommentar.

          2 Min.

          Als Stürmer ist Sandro Wagner einer, wie er kaum noch produziert wird in den weltmeisterlichen Betriebsstätten des deutschen Fußballs. Als Mensch auch. Genauso angriffslustig, wie er sich als „der derzeit beste deutsche Stürmer“ in den WM-Kader zu reden versuchte, hat er nun den geplatzten Traum mit einem lauten Knall begraben: mit der Erklärung seines „sofortigen Rücktritts aus dem Nationalteam“. Nach 434 Spielminuten. Verbunden war das mit einer Spitze gegen Joachim Löw, wie sie noch kein Verschmähter in dessen zwölf Jahren als Bundestrainer gewagt hatte: „Dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Vielleicht passte Wagner tatsächlich nicht mehr in eine Zeit, in der von Fußballern geschmeidige Rollenwechsel erwartet werden. Sie sollen Löwen auf dem Platz sein und Lämmer auf der Bank. Gerade der deutsche WM-Triumph 2014 ging einher mit einer nicht gespielt wirkenden Unterstützung der Spieler durch die Nichtspieler, einer Einheit aller 23 im Kader, die Löw als einen der Gründe des Erfolgs hervorhob. Eine Kulturrevolution gegenüber den WM-Krawallen eines Uli Stein oder Stefan Effenberg.

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