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Audio-Doping im Fußball : Da geht noch was, RTL!

Ein paar Tasten – und Romelu Lukaku wäre ausgewechselt gewesen. Bild: Reuters

Bei Leverkusens Spiel in der Europa League setzt RTL auf Fan-Geräusche aus der Konserve. Was kommt als Nächstes? Eine andere Bildspur? Wäre doch gelacht, wenn sich ein Sender von so etwas Banalem wie der Realität einschränken ließe.

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          Wunderbar, wenn der Anbieter von seinem Produkt vollauf überzeugt ist. Schade, dass sie es bei RTL offenbar nicht sind. Beim Kölner Sender ist es mit der Überzeugung in Sachen Europa League offenbar nicht so weit her. Oder wie ist zu erklären, dass bei der Übertragung des Leverkusener Scheiterns gegen Inter Mailand im Viertelfinale dem Fernsehzuschauer per Audio-Doping suggeriert wurde, da säßen doch tatsächlich richtig viele, richtig emotional engagierte Zuschauer im Stadion?

          Bizarre Höhepunkte: die Pfeifkonzerte aus der Konserve, als der Schiedsrichter den Videobeweis bemühte. Die Stille des Stadions ist dem Zuschauer offenbar nicht zuzumuten. Oder dem Programmdirektor? Interessehalber mal nachgefragt: Ist das schon deep fake oder nur deep feige? Und was kommt als Nächstes? Eine andere Bildspur? Ein Halbfinale live aus der Konsole?

          Da hätten sie auch früher drauf kommen können – ein paar Tasten gedrückt, und Romelu Lukaku wäre ausgewechselt gewesen, bevor er die letzte deutsche Mannschaft aus dem Turnier knipst. Da geht noch was, RTL. Wäre doch gelacht, wenn sich ein Rechteinhaber von so etwas Banalem wie der Realität einschränken ließe. Wir merken uns derweil diese Woche schon mal – für die nächste Runde in der Diskussion, was und wer den Fußball an die Wand fährt.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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