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Aufregung im DFB-Pokal : „Für mich ist das ein Riesen-Skandal“

  • Aktualisiert am

Aus der Traum: Isaiah Young und Rot-Weiss Essen unterlagen Holstein Kiel. Bild: Reuters

Gegen Bielefeld, Düsseldorf und Leverkusen gewann Viertligaklub Rot-Weiss Essen im DFB-Pokal. Bayern-Besieger Holstein Kiel macht es besser. Große Aufregung gibt es allerdings um das erste Tor.

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          Bayern-Schreck Holstein Kiel hat auch dank eines unberechtigten Elfmeters das Pokal-Märchen von Rot-Weiss Essen beendet und erstmals in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Der Fußball-Zweitligaverein hatte in der zweiten Runde den FC Bayern München ausgeschaltet und gewann am Mittwoch mit 3:0 (2:0) gegen die Essener. Im zweiten Viertelfinalversuch nach 2012 klappte es mit dem Einzug in die Vorschlussrunde.

          DFB-Pokal

          Die Kieler trafen gegen den forschen Außenseiter vorentscheidend mit einem Doppelschlag innerhalb von 113 Sekunden durch Alexander Mühling (26./Foulelfmeter) und Janni Serra (28.). Allerdings war der Elfmeter-Pfiff zum 0:1 eine klare Fehlentscheidung. „Für mich ist das ein Riesen-Skandal“, schimpfte Essens Vorstandschef Marcus Uhlig schon zur Pause bei Sky: „Da fragt man sich schon, ob da alle geschlafen haben. Und ich bin sicher. Wenn es den Elfer nicht gibt, fällt auch das 0:2 nicht.“ Für das dritte Tor sorgte Joshua Mees in der 90. Minute.

          „Wir haben 20.000 Euro für die Installation für den Videoassistenten bezahlt, und jetzt passiert nichts“, sagte Uhlig später, „das war garantiert kein Elfmeter. Das ist eine ganz krasse Fehlentscheidung“, er werde mal beim Video-Assistenten „anklopfen, vielleicht wecke ich jemanden“. Auch Trainer Christian Neidhart verstand nicht, warum der Video-Referee nicht eingriff, betonte aber: „Wir können alle ganz stolz sein auf die Pokalserie, die wir gespielt haben.“ Selbst Kiels Fin Bartels gab zu, dass sein Team in der Elfmeter-Szene „Glück gehabt“ habe.

          „Macht unsere Träume wahr“

          Essen, 1953 erster Pokalsieger nach dem Zweiten Weltkrieg und 1994 Finalist, verpasste es, trotz guter Leistung als zweiter Viertligaklub nach dem 1. FC Saarbrücken im Vorjahr ins Halbfinale einzuziehen und kann sich nun auf den Aufstiegs-Kampf konzentrieren. Aktuell ist RWE mit drei Punkten Rückstand und einer weniger ausgetragenen Partie Zweiter der Regionalliga West hinter der U 23 von Borussia Dortmund.

          Die Essener Fans hatten im Stadion ein Plakat plaziert mit der Aufschrift „Macht unsere Träume wahr – Aufstieg. Berlin. Europa – RWE ist wieder da“. Ihr Team schien fest gewillt, das umzusetzen. Nach zehn Minuten waren 4:0 Eckbälle für den Außenseiter notiert. Die Kieler, der Nachtruhe um 3.30 Uhr von Raketen und Feuerwerkskörpern vor dem Mannschafts-Hotel gestört wurde, fanden dann besser ins Spiel.

          Sie brauchten aber das Elfmeter-Geschenk zur Führung, und legten dann eiskalt nach. Schiedsrichter Markus Schmidt hatte vor dem 0:1 beim leichten Kontakt des Esseners Dennis Grote gegen den schon zuvor zu Boden sinkenden Finn Porath ein Foul gesehen, Videoassistent Robert Hartmann griff nicht ein.

          Nach dem 0:2 gab es hinter dem RWE-Tor ein minutenlanges Feuerwerk. Nach der Pause versuchte der Viertligaverein nochmal alles, doch Kiel schaukelte das Ergebnis routiniert nach Hause und erhöhte noch unmittelbar vor dem Ende. „Ich bin im Moment komplett platt und ein bisschen leer, aber natürlich auch glücklich“, sagte Kiels Routinier Bartels und kündigte an: „Heute trinken wir ein, zwei Bier.“

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