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Früherer Fußballstar : Ronaldinho hatte nur noch wenige Euro auf dem Konto

  • Aktualisiert am

Ärger in Paraguay: der frühere brasilianische Fußballstar Ronaldinho Bild: Reuters

Nach Haft in der Pass-Affäre in Paraguay kommt Ronaldinho auf Kaution frei. Nun sind er und sein Bruder unter Hausarrest – als einzige Gäste in einem großen Hotel. Und das ist nicht sie einzige Kuriosität um den früheren Fußballstar.

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          Von einem Konto in Europa soll der ehemalige brasilianische Fußballstar Ronaldinho das Geld genommen haben, das er für die Kaution zur Freilassung aus der Haft in Paraguay verwendete. Dies berichteten brasilianische und argentinische Medien unter Berufung auf den Richter Gustavo Amarilla am Mittwoch. „Die Herkunft des Geldes und die Form der Überweisung wurden vom Richter gebilligt“, zitierte das Portal „UOL“ Ronaldinhos Anwalt Sérgio Queiroz.  „Wenn es irgendeine Rechtswidrigkeit gegeben hätte, wäre die Kaution nicht akzeptiert worden.“

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          Als vor zwei Jahren sein Pass eingezogen wurde, weil er eine Strafe von zwei Millionen Euro nicht bezahlt hatte, befanden sich noch ein paar wenige Euro auf dem Konto in Brasilien. 1,6 Millionen US-Dollar (1,47 Millionen Euro) hatte der frühere Profi des FC Barcelona nun gezahlt, damit er und sein Bruder Roberto Assis das Gefängnis in der Hauptstadt Asunción am Dienstag in den Hausarrest verlassen konnten. 32 Tage hatten sie wegen der Einreise mit gefälschten Pässen eingesessen. „Die Bürgschaft war wichtig. Zuvor hatten sie als Garantie nur eine Immobilie präsentiert, die nicht einmal auf ihren Namen stand“, sagte Staatsanwalt Osmar Legal.

          Im „Palmaroga Hotel“, mit immerhin vier Sternen, im Zentrum von Asunción mit mehr als 100 Zimmern können sie das weitere Verfahren verfolgen. Medienberichten zufolge sollen sie die einzigen Gäste sein. Sie können sich in dem Hotel auch frei bewegen, stehen jedoch unter Bewachung der Polizei, haben getrennte Zimmer und dürfen das Land nicht verlassen. Vor der Pforte stehen rund um die Uhr Polizisten Wache, um eine mögliche Flucht zu verhindern.

          Die Frage wird sein, ob es Ronaldinhos Anwälten gelingen wird, die Version aufrechtzuerhalten, dass das einzige Vergehen die Verwendung eines gefälschten Passes ist – oder ob er und Roberto in die Machenschaften einer kriminellen Organisation verwickelt sind. „Es ist klar, dass es keine schlechten Absichten gab; die beiden wurden hinters Licht geführt“, zitierte das Portal „GaúchaZH“ aus Ronaldinhos Geburtsstadt Porto Alegre am Mittwoch einen der Anwälte der Brüder.

          „Sie haben geglaubt, dass die Pässe echt sind.“ Der nächste Anhörungstermin stand, auch wegen der Covid-19-Pandemie, noch nicht fest. Ronaldinho und sein Bruder waren kurz nach der Einreise in Paraguay Anfang März mit falschen Ausweisdokumenten erwischt und festgenommen worden, die ihnen nach eigenen Angaben von Geschäftspartnern geschenkt worden waren.

          In dem Nachbarland wollten sie an der Eröffnung eines Kasinos und Benefiz-Veranstaltungen teilnehmen sowie Werbung für die Biografie von Ronaldinho machen. Die Staatsanwaltschaft in dem südamerikanischen Land erhob Anklage gegen Ronaldinho und Roberto. Der Fall zog weitreichende Ermittlungen mit zahlreichen Festnahmen nach sich.

          Der Weltfußballer von 2004 und 2005 war am 4. März in Asuncion gelandet und hatte bei der Einreise paraguayische Ausweise vorgelegt. Zwei Tage später war er dann mit seinem Bruder, der auch sein Berater ist, verhaftet worden und verbrachte seitdem die laufende Untersuchung in einer 18 Quadratmeter großen Zelle einer zu einem Gefängnis umfunktionierten Kaserne der Nationalpolizei.

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