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Trainingsauftakt in Hannover : Wie 96-Torhüter Zieler den Hotel-Brand in Dubai erlebte

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Hannover-Torhüter Ron-Robert Zieler war Gast in dem an Silvester ausgebrannten „Address“-Hotel in Dubai Bild: dpa

Bei seiner Rückkehr nach Hannover hatte Ron-Robert Zieler viel zu erzählen: Der Torwart war Gast in dem an Silvester ausgebrannten Wolkenkratzer in Dubai.

          Die Winterpause hatte sich Ron-Robert Zieler wahrscheinlich etwas entspannter vorgestellt. Der Torhüter von Hannover 96 ist mit einem gewaltigen Schrecken aus dem Urlaub über den Jahreswechsel zurückgekehrt – denn er war Gast im Hotel „The Address“ in Dubai, das am Silvestertag nahezu vollständig ausgebrannt war und die Stadt über Stunden hinaus in eine dunkle Rauchwolke hüllte.

          „Es war ereignisreicher als gewünscht“, berichtete Zieler am Montag in Hannover: „Das ist halt so passiert.“ Unter anderem brannte das Hotelzimmer des 26-Jährigen im zwölften Stock vollständig aus, das Feuer war im 14. Stock ausgebrochen. „Ich glaube, in der Zigarren-Lounge“, berichtete Zieler, der bereits wieder locker über das Erlebte reden konnte: „Das bedeutet natürlich auch, dass wir zu dem Zeitpunkt nur noch das an Klamotten an hatten, was wir am Leib hatten. Da mussten wir am nächsten Tag erst mal etwas einkaufen.“ Zieler war während des Brandes aber nicht in seinem Zimmer, sondern „auf der Terrasse im Hotel-Restaurant“. Das Hotel sei danach komplett evakuiert worden.

          Schaaf startet mit neun Minuten Verspätung

          Mit deutlich weniger Aufregung ist am Montag Thomas Schaaf mit neun Minuten Verspätung und drei neuen Spielern als Trainer bei den abstiegsbedrohten Hannoveranern gestartet. Der jahrelange Coach von Werder Bremen wurde um 10.09 Uhr von knapp 1000 Zuschauern im Schneetreiben im Stadion in Hannover mit Applaus empfangen. Vor zwei Jahren waren beim ersten Training von Schaafs Vor-Vorgänger Tayfun Korkut mehrere tausend Fans gekommen, damals fand die erste Einheit aber an einem Sonntag statt.

          Mit dabei waren auch die bisherigen drei Winter-Zugänge Iver Fossum aus Norwegen, Hotaru Yamaguchi aus Japan und der Ungar Adam Szalai von 1899 Hoffenheim, der zunächst bis zum Ende der Saison ausgeliehen wird. Ebenfalls auf dem Platz standen Schaafs jahrelange Assistenten Matthias Hönerbach und Wolfgang Rolff. Kurzfristig setzte Schaaf auch für den Nachmittag noch eine zweite nicht-öffentliche Einheit an.

          Neu in Hannover: Thomas Schaaf gibt bei seiner ersten Trainingseinheit direkt lautstarke Anweisungen

          Auch klubintern wurde Schaaf begeistert empfangen. „Ich bin erstmals seit langem innerlich entspannt und sicher, unser neuer Trainer schafft das“, sagte 96-Boss Martin Kind im „Kicker“ zum Saisonziel Klassenverbleib.

          Schaaf, der zuletzt bei Eintracht Frankfurt gearbeitet hatte, war Ende Dezember als Nachfolger des zurückgetretenen Michael Frontzeck bis 2017 verpflichtet worden. Der Vertrag des 54-Jährigen gilt indes nur für die Bundesliga. Nach der schlechtesten Hinrunde seit dem Wiederaufstieg 2002 mit nur 14 Punkten ist 96 derzeit Vorletzter.

          Trotz der prekären Situation denkt Kind bereits an eine langjährige Ära unter Schaaf. „Das wäre mein Wunsch“, sagte Kind: „Ich hoffe, dieses Gebilde steht nun für viele Jahre. Für deutlich länger als drei, vielleicht sogar für fünf.“

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