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Frankfurter 2:2 bei Donezk : Eintracht das siebte Mal in Europa ungeschlagen

Männer des Spiels aus Frankfurter Sicht: Torschützen Hinteregger (Mitte) und Kostic (rechts) sowie Flankengeber Jovic Bild: dpa

Auch wenn sie den Sieg verpasst: Mit dem 2:2 bei Schachtar Donezk steigen die Chancen der Frankfurter Eintracht, ihre europäische Erfolgsgeschichte fortzuführen.

          3 Min.

          Bei ihrer Rückkehr auf die internationale Bühne hat die Eintracht im Schnelldurchgang mehr erreicht, als alle Mitwirkenden vor dem ersten Spiel in der Europa League zu hoffen wagten. Was zunächst als „Reise ins Ungewisse“ bezeichnet wurde, entpuppte sich rasch als reizvoller Wettbewerb auf ungewohntem Terrain, in dem sich die Frankfurter mit ihrem couragierten Auftreten Vorteile verschaffen konnten und so in der Gruppenphase sechs Fußball-Feiertage erlebten.

          Mittlerweile hat eine neue Zeitrechnung begonnen, und die Hessen, für die bis dahin in jeder Partie eine Niederlage zu verschmerzen gewesen wäre, mussten am Donnerstagabend erstmals dem Druck standhalten, dass ein Misserfolg das Ende ihrer Abenteuer-Tour durch die ausländischen Stadien einleiten könnte. Dieser Erwartungshaltung wurde die Elf von Adi Hütter beim Auftritt in der Ukraine gerecht.

          Europa League

          Auch Schachtar Donezk war im Hinspiel des Sechzehntelfinales nicht in der Lage, die Eintracht zu besiegen. Nach neunzig abwechslungsreichen Minuten trennten sich beide Mannschaften 2:2. Auch im siebten Einsatz blieb der Bundesliga-Fünfte somit ungeschlagen. Die Chance, nun am kommenden Donnerstag vor heimischem Publikum in der seit Wochen ausverkauften WM-Arena mit dem Weiterkommen der europäischen Erfolgsgeschichte das nächste Kapitel hinzuzufügen, ist durch das Remis gestiegen.

          Gemessen an den Rahmenbedingungen entwickelte sich ein Duell, das sich sehen lassen konnte. 15.000 Zuschauer versammelten sich trotz Minustemperaturen im Metalist-Stadion von Charkiw, darunter rund 3000 Anhänger der Frankfurter, die auf den Rängen den Ton angaben. Hütter hatte sich zu Beginn, wenig erstaunlich nach seinen Bemerkungen vorab, für eine Aufstellung entschieden, die er nach dem Motto „Safety First“ zusammenstellte; sein Konzept, in dem nur zwei nominelle Spitzen vorkamen, ging teilweise auf.

          Weite Reise in die Ukraine aufgenommen: Frankfurter Fußball-Fans

          Überraschend hingegen, dass Sebastien Haller zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, dafür stürmte Luka Jovic an der Seite von Ante Rebic, unterstützt von Mijat Gacinovic, der im offensiven Mittelfeld nachrückte. Mit der Umstellung verbunden war eine taktische Änderung in der Offensive der Frankfurter, da mit dem kopfballstarken Haller der zentrale Zielspieler fehlte, über den zuletzt die meisten Vorstöße initiiert wurden. Mit dem rund 15 Zentimeter kleineren Gacinovic, so die erkennbare Absicht, sollte der Abwehrriegel von Schachtar mit Flachpässen geknackt werden. Donezk setzte dem eine Formation entgegen, in der sechs ukrainische Nationalspieler von fünf Brasilianern unterstützt wurden.

          Es begann höchst unterhaltsam. Ein Freistoß von Sebastian Rode leitete die frühe Frankfurter Führung ein. Seine Hereingabe landete beim aufgerückten Martin Hinteregger, der zum 1:0 einköpfte (7.). Es war das erste Tor im Eintracht-Dress für den in der Winter-Transferperiode aus Augsburg verpflichteten Verteidiger.

          Guter Einstieg für Hinteregger: Sein Kopfball rutscht dem Keeper durch die Hände

          Die Freude währte nur kurz. Keine 120 Sekunden später glich Donezk aus. Schiedsrichter Anthony Taylor entschied nach einem Rempler von Evan Ndicka gegen Marlos auf Strafstoß. Junior Moraes ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und überwand Kevin Trapp, der zwar die Ecke ahnte, aber trotzdem das Nachsehen hatte (9.). Der englische Referee war auch an der nächsten aufregenden Szene beteiligt: Er verwies Stepanenko, der zuvor schon Rebic von den Beinen geholt hatte, nach einem Foul an Rode mit Gelb-Rot des Feldes (10.).

          In Überzahl gaben die Frankfurter Takt und Tempo des Geschehens vor, wobei Jovic (25.) und Rebic (26.) knapp an Pfosten und Latte vorbei zielten, während Gacinovic an Torhüter Pjatow scheiterte (41.). Schachtar verlegte sich – notgedrungen – aufs Kontern.

          Nach dem Seitenwechsel forcierte die Eintracht ihre Bemühungen, die optische Überlegenheit in Zählbares umzusetzen, und Filip Kostic vollendete, was Jovic mit seiner Flanke von rechts passgenau vorbereitete: Sein Treffer zum 2:1, bei dem er Pjatow aus kurzer Distanz überwand, gab weiteren Auftrieb (50.). Rebic (59.) und Jovic (60.) versäumten es, den Vorsprung auszubauen. So blieb es spannend, und Trapp war nach einem Alleingang von Ismaily als letzte Instanz gefordert (63.).

          Nichts zu machen gab es auch für den Rückhalt, als Taison sich bei einem Antritt von Hinteregger löste und sein Solo mit einem satten Flachschuss krönte (67.). Was folgte, waren weitere energische Attacken der dezimierten Donezker, um im Schlussspurt das Glück zu erzwingen. Die Eintracht hielt dagegen und vermied einen weiteren Wirkungstreffer, konnte jedoch ihrerseits auch nicht mehr nachlegen. Die Ausgangsposition ist dank der Auswärtstore-Regelung trotzdem vielversprechend. Endgültig abgerechnet wird nun in sieben Tagen in Frankfurt.

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