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DFB-Chef zu Nationalelf : Grindel hält Gerüchte um Spaltung im DFB-Team für übertrieben

  • Aktualisiert am

DFB-Chef Reinhard Grindel Bild: dpa

DFB-Präsident Reinhard Grindel glaubt nicht, dass es in der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft verschiedene Gruppen gab. Auch Ilkay Gündogan sagt das, sieht aber im Umgang mit ihm auch Grenzen des Rassismus überschritten.

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          DFB-Präsident Reinhard Grindel will Berichte über eine mögliche Spaltung in der Fußball-Nationalmannschaft bei der WM nicht überbewerten. „Ich glaube, dass das, was dort steht, übertrieben ist“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montagabend am Rande des „Sport-Bild-Awards“ in Hamburg. Er habe gesagt, dass er mit dem Mannschaftsrat vor dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich in der neuen Nationenliga am 6. September in München spreche. „Dann werde ich mal hören.“

          Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, dass durch das Team in Russland ein angeblicher kultureller Riss gegangen sei, zwischen Spielern mit Migrationshintergrund und jene ohne ausländische Vorfahren. („Kanaken“ und „Kartoffeln“) „Ich habe es nicht erlebt, dass es in der Mannschaft verschiedene Gruppen gibt“, betonte Grindel.

          Ilkay Gündogan will das Thema ebenfalls nicht zu hoch hängen. In einem Interview mit der Funke Mediengruppe sagte er, dass es zwar hin und wieder mal einige Witze über gewisse Instagram-Postings gegeben habe, diese aber jederzeit nur als Spaß zu verstehen gewesen seien und auch definitiv nichts mit Rassismus zu tun hatten. Allerdings sei es im Zuge seines Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan durchaus zu Rassismus gekommen. Es habe Leute gegeben, die das entstandene Bild für sich politisch genutzt haben, so der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester City. Dagegen sagte der in Gelsenkirchen aufgewachsene Gündogan aber auch, dass er sein Leben lang fast ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht habe.

          Werde Gündogan für die kommenden Nationalmannschaftsspiele am 6. September gegen Frankreich und am 9. September gegen Peru nominiert, hofft er auf einen Empfang „mit offenen Armen“. Falls es doch Pfiffe gegen ihn geben sollte wie in den Vorbereitungsspielen zur Weltmeisterschaft 2018, werde er sich ihnen stellen. „Dann ist das eben meine Reifeprüfung.“

          „Ein Weiter-so wird es nicht geben“

          Am Mittwoch wird Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die beiden Länderspiele benennen und erstmals seit der WM öffentlich seine Analyse des DFB-Desasters in Russland präsentieren.

          Grindel stellte in Hamburg noch einmal klar: „Ein Weiter-so wird es nicht geben.“ Es werde „in personeller Hinsicht und in spielerischer Hinsicht Änderungen geben“, kündigte der Funktionär an. „Die ganze Mannschaft, und damit auch die sportliche Leitung, müssen so arbeiten, dass die Fans am 6. September eine andere Mannschaft sehen, die mit größerem Einsatz, größerem Kampfgeist bei der Sache ist und wo man eben merkt, dass sie sich anders präsentieren will“, forderte er.

          Darüber hinaus ist Grindel mit der Arbeit der Videoassistenten am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga unzufrieden. „Sie haben ohne Grundlage eingegriffen“, sagte er in Hamburg. „Ich hoffe, dass das am zweiten Spieltag so kommt. Es sind Videoassistenten und keine Videoschiedsrichter.“ Bei einigen Spielen am vergangenen Wochenende hatten sich die in Köln sitzenden Videoassistenten häufig eingeschaltet und so für Ärger und Verwirrung bei einigen Trainiern und Spielern gesorgt.

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