https://www.faz.net/-gtl-8c5gb

Ifab lässt Videobeweis testen : Klappe zu, Film ab

  • Aktualisiert am

Bislang kontrollieren Videokameras lediglich das Tor: Die Ifab will nun den Videobeweis testen Bild: dpa

Mehrere Fußball-Ligen sollen diverse Videobeweis-Varianten testen. Das will das Fußball-Regelkomitee Ifab im März beschließen. Bislang hatten lediglich die Niederlande Versuche durchgeführt. Eine Einführung des „Videoschiedsrichters“ wäre aber frühestens in zwei bis drei Jahren denkbar.

          1 Min.

          Die Fußball-Regelhüter wollen vor einer möglichen Einführung des Videobeweises verschiedene Varianten parallel testen lassen. „Wir wollen alles untersuchen“, sagte Lukas Brud vom International Football Association Board (Ifab) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in London. „Ob es besser ist, das Spiel zu unterbrechen, oder nicht. Ob besser ein Schiedsrichter in einem Van außerhalb des Stadions sitzt oder der Schiedsrichter sich am Spielfeldrand die Bilder anschaut.“

          Man gehe davon aus, dass die Tests über zwei, vielleicht sogar drei Spielzeiten laufen müssten, bevor klar sei, ob Videobeweise eine Verbesserung für das Spiel seien. „Es kann sein, dass das ganze Prinzip nicht funktioniert, dann werden wir den Riegel vorschieben“, betonte Brud. Eine unabhängige Studie solle die Statistiken dazu liefern. Es sollten nur spielentscheidende Szenen überprüft werden, etwa ein Handspiel vor einem Torschuss. Versuche in den Niederlanden hätten gezeigt, dass es um zwei bis drei Szenen pro Spiel gehe und der Spielfluss meist ohnehin unterbrochen sei.

          Am Vortag hatten die Ifab-Direktoren der Vollversammlung vom 4. bis 6. März in Cardiff eine „starke Empfehlung“ ausgesprochen, die Tests zu beschließen.

          Drei Verbände hätten sich bereits offiziell dafür gemeldet, sagte Brud, die Profiliga Major League Soccer, der brasilianische Fußballverband und der niederländische Verband KNVB, der die Technologie bereits seit längerem teste. Die englische FA wolle Videobeweise in ihrem Pokalwettbewerb ausprobieren. Losgehen solle es schon kommende Saison, wenn die Rahmenbedingungen geklärt seien.

          Der DFB will mit einer Äußerung auf die Entscheidung im März warten. Die grundsätzliche Haltung ist aber klar: Die Deutschen unterstützen die Einführung des Videobeweises. Im November hatte sich etwa Herbert Fandel, der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichter-Kommission, für die Einführung ausgesprochen: „Wir in der Schiedsrichter-Führung sind uns auch einig, dass wir den Weg mitgehen wollen“, hatte er gesagt.

          Forderungen nach einem Videobeweis im Fußball, wie er etwa im Rugby angewandt wird, gibt es schon lange. Ausschlaggebend sei nun unter anderem die Entwicklung der Technologie gewesen, sagte IFAB-Sekretär Brud. Jeder hätte mittlerweile sofort Zugriff auf Bildmaterial von Spielen. „Wir wollen sicherstellen, ob es für den Schiedsrichter - den armen Kerl, der keinen Zugriff hat, aber die Entscheidungen treffen muss - eine Hilfe wäre.“

          Weitere Themen

          Dortmund empfängt Paris St Germain Video-Seite öffnen

          Champions-League-Achtelfinale : Dortmund empfängt Paris St Germain

          der Champions League beginnt nun mit dem Achtelfinale die K.o.-Phase des Turniers. Dabei treffen die Spieler von Borussia Dortmund auf das Team von Paris St. Germain. Der Coach des Gäste-Teams ist ein alter Bekannter: Thomas Tuchel war zwei Jahre lang Trainer von Borussia Dortmund.

          „Bei der EM knallt es richtig“

          DFB-Team in München : „Bei der EM knallt es richtig“

          Knapp vier Monate vor Beginn der Fußball-EM schürt Oliver Bierhoff die deutschen Hoffnungen. Er setzt auf den Heimvorteil und lobt das Team. Doch der DFB-Direktor zeichnet auch ein düsteres Bild für die Zukunft.

          Topmeldungen

          Staatsmännisch im Rollkragenpulli: Ramelow mit Hennig-Wellsow am Montagabend

          Ramelows Vorschlag : Ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst

          Wie Bodo Ramelow seinen Vorschlag, Christine Lieberknecht zur Ministerpräsidentin zu machen, einfädelte und damit die CDU unter Druck setzte – die Christdemokraten müssten bei raschen Neuwahlen schwere Verluste fürchten.
          Gibt sich volksnah: Emmanuel Macron schüttelt während seines Besuchs in Bourtzwiller einer Frau die Hand.

          Macron über politischen Islam : Unser Feind ist der Separatismus

          Frankreichs Präsident besucht eine islamistische Hochburg: Er wolle nicht akzeptieren, dass die Werte und Gesetze der Republik im Namen des politischen Islam abgelehnt werden – und stellt einen Plan im Kampf gegen Separatismus vor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.