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Party statt Quarantäne : Jovic sucht den Fehler nicht bei sich

  • Aktualisiert am

Hätte besser keine Party gefeiert: Luca Jovic Bild: Picture-Alliance

Obwohl er unter Quarantäne steht, feiert Fußballprofi Jovic den Geburtstag seiner Freundin. Nicht nur der Verein ist alarmiert, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Jovic sucht die Schuld aber nicht bei sich.

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          Weil der frühere Bundesliga-Fußballer Luka Jovic inmitten der Corona-Pandemie gegen Quarantäne-Regeln verstoßen haben soll, droht dem Stürmer von Real Madrid nicht nur Ärger mit seinem Verein sondern sogar eine Strafanzeige. Serbiens staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtete an diesem Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von entsprechenden Ermittlungen. „Welcher Arbeit jemand nachgeht, macht für die Staatsanwaltschaft keinen Unterschied“, zitierte die Agentur eine Behördensprecherin.

          „Willst Du uns alle töten?“

          Jovic hatte die Quarantäne-Auflagen beim spanischen Klub ignoriert und in Belgrad den 29. Geburtstag seiner Lebensgefährtin, dem serbischen Model Sofija Milošević, gefeiert. „Anstatt Quarantäne ganz viel Spaß in Belgrad“, schrieb die serbische Zeitung „Blic“. Für das Boulevardblatt ein großes Thema - beinahe stündlich aktualisierte es in seiner Online-Ausgabe das Thema. „Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?“, fragte auch die Tageszeitung „Kurir“. Geburtstagskind Milošević erklärte gegenüber „Blic“, sie habe sich in Übereinstimmung mit allen staatlichen Maßnahmen verhalten und wolle keine Aussage über ihren Freund tätigen.

          Der entschuldigte sich am Donnerstag dafür, „dass ich das Topthema bin, und es tut mir leid, dass die Leute konstant über mich schreiben und nicht über die wahren Protagonisten in dieser Krise“, teilte Jovic in den Sozialen Medien mit. In Madrid habe er einen Coronatest gemacht, dieser sei negativ gewesen. „Also habe ich mich entschieden, nach Serbien zu reisen, unsere Leute zu unterstützen und ihnen zu helfen und nah bei meiner Familie zu sein. Alles mit Erlaubnis des Klubs“, schrieb er weiter. Zudem tue ihm leid, „dass einige Menschen ihren Job nicht professionell gemacht und mir keine speziellen Anweisungen gegeben haben, wie ich mich während meiner Isolation verhalten soll“.

          Jovic erntete für sein Verhalten auch Kritik von Serbiens Premierministerin Ana Brnabic. Die Regierungschefin verwies auf nicht näher genannte Fußballer als „Negativbeispiele“ in der Krise. Brnabic hatte alle Serben im Ausland aufgerufen, möglichst nicht nach Hause zurückzukehren, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Dennoch sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 45.000 Menschen zurückgekehrt. Weil viele Serben freiwillige Maßnahmen nicht befolgt hätten, hatten die Behörden am Mittwoch eine allgemeine Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr früh verhängt.

          Real Madrid hatte die Spieler seiner Fußball- und Basketball-Teams in Quarantäne geschickt, weil ein Basketballer positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden war. Jovics Vater sagte gegenüber „Blic“, sein Sohn sei mit einer Erlaubnis seines Klubs nach Belgrad gereist, nachdem er negativ auf das Coronavirus getestet worden sei. Den staatlichen Anordnungen zufolge hätte er dennoch auf serbischer Seite zunächst in Quarantäne bleiben müssen.

          Die Verantwortlichen von Real haben die Berichte aus Serbien offenbar auch schon studiert und beraten derzeit über das Maß der Strafe für den 22-Jährigen. Der Spielbetrieb in der spanischen Top-Liga ist derzeit wegen der Pandemie ausgesetzt.

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