https://www.faz.net/-gtl-99vme

Internationaler Fußball : Real Madrid trotz langer Überzahl nur 2:2 beim FC Barcelona

  • Aktualisiert am

Die Königlichen mit Weltmeister Toni Kroos kamen am Sonntagabend in der Primera División bei Barça nur zu einem 2:2 (1:1). Bild: AFP

Real Madrid kommt nicht über ein Unentschieden gegen Barcelona hinaus, der SSC Neapel kann Platz eins in der Serie A nach einem 2:2 gegen den FC Turin abhaken und Arsenal feiert einen Kantersieg.

          4 Min.

          Champions-League-Finalist Real Madrid ist im 271. Clásico gegen den spanischen Fußball-Meister FC Barcelona trotz langer Überzahl nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Die Königlichen mit Weltmeister Toni Kroos kamen am Sonntagabend in der Primera División bei Barça nur zu einem 2:2 (1:1). Die Offensivstars Luis Suárez (10. Minute) und Lionel Messi (52.) trafen für die Gastgeber im Camp Nou, Cristiano Ronaldo (14.) und Gareth Bale (72.) waren für Real erfolgreich.

          Ronaldo verletzte sich bei seinem 25. Saisontor in La Liga offenbar am linken Knöchel. In der Halbzeit wurde der Weltfußballer aus Portugal ausgewechselt. Eine genaue Diagnose gab es zunächst nicht, der 33-Jährige verfolgte den Rest des Matches auf der Auswechselbank. Kurz vor der Pause hatte Barcelonas Sergi Roberto in einer hitzigen, aber lange Zeit hochklassigen Begegnung nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Der Abwehrspieler hatte Reals Brasilianer Marcelo abseits des Balls mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Barcelona musste eine Halbzeit mit neun Feldspielern bestreiten.

          Doch auch in Unterzahl agierten die Hausherren, die seit dem 29. April den Meistertitel sicher haben, mutig und wurden durch Messi belohnt. Wie aus dem Nichts erzielte der Waliser Bale am 36. Spieltag den erneuten Ausgleich gegen den Erzrivalen, bei dem wie gewohnt der deutsche Nationalkeeper Marc-André ter Stegen im Tor stand.

          Juve hofft

          Juventus Turin um die deutschen Fußball-Weltmeister Sami Khedira und Benedikt Höwedes ist der siebte Meistertitel nacheinander in der italienischen Serie A fast nicht mehr zu nehmen. Verfolger SSC Neapel patzte am Sonntag beim 2:2 (1:0) gegen den FC Turin und hat nun bei noch zwei ausstehenden Partien sechs Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Zudem hat Juve die deutlich bessere Tordifferenz. Juventus hatte am Samstag vorgelegt und auch dank Khedira mit 3:1 (0:1) gegen den FC Bologna gewonnen.

          Die Alte Dame war durch einen Strafstoß von Bolognas Simone Verdi (30.) zunächst in Rückstand geraten. Doch dann drehten Khedira (63. Minute) und Paulo Dybala (69.) mit ihren Toren das Spiel. Zudem traf Bolognas Sebastian De Maio ins eigene Tor (52.).

          Für Neapel hatten am Sonntag Dries Mertens (25. Minute) und Marek Hamsik (71.) getroffen. Daniele Baselli (55.) und Lorenzo De Silvestri (83.) glichen zweimal für die Gäste aus. Am kommenden Wochenende kann Juve den Triumph endgültig perfekt machen. Die Turiner spielen bei der AS Rom, Neapel tritt bei Sampdoria Genua an.

          Klopp verliert, Wenger feiert

          Champions-League-Finalteilnehmer FC Liverpool hat die Chance verpasst, sich für die kommende Saison vorzeitig einen Platz in der europäischen Fußball-Königsklasse zu sichern und muss nun sogar noch einmal darum zittern. Das Team von Trainer Jürgen Klopp verlor am Sonntag beim FC Chelsea in London mit 0:1 (0:1). Den entscheidenden Treffer für die Blues erzielte der Franzose Olivier Giroud. Liverpool hat als Dritter der Premier-League-Tabelle nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Fünften Chelsea, der ein Spiel weniger absolviert hat. Nur die ersten Vier qualifizieren sich für die Champions League. Wegen der deutlich besseren Tordifferenz könnte Liverpool mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Brighton & Hove Albion wohl alles klarmachen.

          Fairer Verlierer: Liverpools Trainer Jürgen Klopp (links) gratuliert dem Chelsea-Coach Antonio Conte zum Sieg.

          Der FC Arsenal verabschiedete Coach Arsène Wenger in dessen letztem Heimspiel mit einem 5:0 (2:0) gegen den Tabellennachbarn FC Burnley. Pierre-Emerick Aubameyang (14./75.), Alexandre Lacazette (45.+3), Sead Kolasinac (54.) und Alex Iwobi (64.) trafen für die Londoner, die bereits für die Europa League qualifiziert waren und als Sechster keine Chance mehr auf einen Champions-League-Platz hatten. Auch Per Mertesacker feierte bei den Gunners seinen Heimabschied. Der deutsche Weltmeister wurde in der 77. Minute unter großem Applaus der Zuschauer eingewechselt. Mertesacker beendet seine aktive Karriere im Sommer und wird Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal.

          Wagner holt einen Punkt bei Guardiola

          Der deutsche Trainer David Wagner hat mit Huddersfield Town im Kampf um den Klassenverbleib der Premier League einen wichtigen Punktgewinn gefeiert. Beim englischen Fußballmeister Manchester City kam Huddersfield am Sonntag zu einem 0:0. In der Nachspielzeit hatten die Terriers sogar Chancen auf den Siegtreffer. Wagners Team belegt zwei Spieltage vor dem Ende der Saison den 16. Tabellenplatz und hat drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

          Man City versäumte es durch das torlose Remis, am Tag seiner Meisterfeier im eigenen Stadion Punkt- und Torrekorde ein- oder aufzustellen. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola hatte nach dem Spiel 94 Zähler. Den bisherigen Premier-League-Rekord hält der FC Chelsea mit 95 Punkten in der Saison 2004/05. Chelsea hält auch den Torrekord von 103 Treffern (2009/10). Man City hat in dieser Spielzeit bisher 102 Tore erzielt.

          Nach dem Abpfiff stürmten Hunderte City-Fans den Platz und feierten friedlich. Einige Anhänger trugen dabei auch ein Transparent mit Genesungswünschen für Trainerlegende Sir Alex Ferguson, der fast 27 Jahre den Lokalrivalen Manchester United trainiert hatte. „Fußball beiseite, gute Besserung Fergie“, war darauf zu lesen. Der 76 Jahre alte Sir Alex war am Samstag nach einer Gehirnblutung notopertiert worden.

          Salzburg ist österreichischer Meister

          Red Bull Salzburg ist zum fünften Mal nacheinander Fußball-Meister in Österreich. Die Mannschaft des deutschen Trainers Marco Rose sicherte sich den Titel am Sonntag durch ein 4:1 (1:1) gegen Sturm Graz und ist bei noch drei ausstehenden Spielen in der Bundesliga nicht mehr vom ersten Tabellenplatz zu verdrängen. Für Salzburg ist es der elfte Meistertitel überhaupt.

          Nach 33 Spieltagen hat RB 77 Zähler auf dem Konto und könnte noch einen österreichischen Punkterekord aufstellen. Die Bestmarke hält Austria Wien mit 82 Punkten. Bereits an diesem Mittwoch trifft RB im österreichischen Pokalfinale in Klagenfurt abermals auf Sturm Graz und kann auch das fünfte Double in Serie einfahren.

          Im Spitzenspiel gegen den Zweiten Graz trafen Hee-Chan Hwang (45.+3), Duje Caleta-Car (54.), Jerome Onguené (65.) und Munas Dabbur (83.) für die Salzburger, die erst drei Tage zuvor im Halbfinale der Europa League gegen Olympique Marseille ausgeschieden waren. Die Gäste um ihren deutschen Coach Heiko Vogel waren durch Peter Zulj (40.) in Führung gegangen.

          Weitere Themen

          Verführung zum Handball

          Unser täglich Sportbuch : Verführung zum Handball

          Handballstar Andy Schmid hat mit seinem Kinderbuch eine eindeutige Absicht. Denn sein sieben Jahre alter Sohn spielt Fußball. Und nicht Handball. Das will Andy Schmid mit „Mein Sprungwurf“ ändern.

          Topmeldungen

          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.
          Christian Lindner hat bei der Grundrente bewiesen: Die FDP lebt. Hier spricht er bei einer Veranstaltung im Dezember 2017.

          Einigung auf Grundsteuer : Die FDP lebt

          Die FDP hat ihre Vetomacht im Bundesrat klug genutzt. Die neue Grundsteuer ist ungewohnt freiheitlich für Deutschland. Ein großes Manko des Steuer-Monstrums bleibt dennoch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.