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Real Madrid : Ronaldo vor dem Abflug bei den „Galaktischen“

Wohl ohne Zukunft bei Real Madrid: Ronaldo Bild: AP

Real Madrid wirbt wie vor jeder Saison um die größten Namen des Fußballs. Während die einst „Galaktischen“ dieses Mal vor allem alternde Stars bekamen, deutet vieles auf einen baldigen Abgang des formlosen Ronaldo hin.

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          Allzu gerne schwelgen sie bei Real Madrid in diesen Tagen in Erinnerungen an vergangene Großtaten auf den Fußballfeldern Spaniens und Europas. Denn den letzten nationalen Meistertitel in der Primera Division holte der Klub im Jahr 2003. Eine Ewigkeit. Zwölf Monate zuvor gewann Real die Champions League zum letzten Mal. Damals hieß der Finalgegner Bayer Leverkusen. So ändern sich die Zeiten. Nun heißt es entweder Tristesse oder Höhenluft? Die einst „Galaktischen“ stehen vor einer wegweisenden Saison.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Für neue Qualität hätte nach dem Abgang von Zinedine Zidane der Brasilianer Kaka sorgen können. Dessen Verpflichtung hatte der neue Präsident Ramon Calderon vor seiner Wahl vollmundig versprochen. Doch der AC Mailand lehnt bisher sowohl einen Verkauf als auch einen Tausch mit dem seit langem außer Form geratenen Ronaldo ab. Auch dessen ehemaliger Verein Inter Mailand soll Interesse an einem Tausch mit Landsmann Adriano bekundet haben. Der neue Real-Trainer Fabio Capello plant offenbar nicht mehr mit dem ehemaligen Torjäger, zumal sich Ronaldo nach Medienberichten bereits mit dem AC auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt haben soll.

          Mahamadou Diarra als Hoffnungsträger bei Real

          Auch ohne Kaka will Real wie gehabt mit namhaften Neueinkäufen erfolgreich sein. Mit Emerson und Weltmeister Fabio Cannavaro bediente man sich beim zwangsabgestiegenen Juventus Turin. Ruud van Nistelrooy, an dem auch Bayern München Interesse zeigte, kam nach langem Poker von Manchester United. Vor allem der Italiener Cannavaro soll der chronisch wackeligen Abwehr Stabilität verleihen. An der individuellen Qualität der Zugänge zweifelt niemand. Doch alle sind schon älter als 30 Jahre. Eine Frischzellenkur sieht anders aus.

          Hoffnungsträger aus Mali: Mahamadou Diarra
          Hoffnungsträger aus Mali: Mahamadou Diarra : Bild: AP

          Hoffnungsträger ist in dieser Hinsicht Mahamadou Diarra, 25jähriger Einkauf von Olympique Lyon. Für etwa 26 Millionen Euro Ablösesumme trägt der Mittelfeldspieler aus Mali in den kommenden fünf Jahren das weiße Trikot der „Königlichen“. Das wolle er „aus dem Feld zurückzahlen“. Sicherlich kein einfaches Vorhaben im Starensemble von Real. Zumindest verknüpfen die Fans mit Diarra die Hoffnung auf langfristigen sportlichen Erfolg, der für sie weit mehr zählt als der Marketingwert eines David Beckham.

          „Real holt sich mehr Metall für seinen Bunker“

          Die Anhänger befürchten zudem eine Abkehr vom geliebten „weißen Ballett“. Der eiserne Disziplinfanatiker Capello kündigte bereits an, er wolle ein Team, das vor allem kämpfe. Die spanische Zeitung „El Mundo“ kommentierte die Verpflichtung Diarras leicht besorgt: „Real holt sich mehr Metall für seinen Bunker“. Einen Vorgeschmack gab der Rekordmeister beim Vorbereitungsturnier in Cadiz. Nicht nur zwei Niederlagen trieben den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. Besonders der Zustand der Offensive ließ sehr zu wünschen übrig.

          An diesem Sonntag beginnt Real mit einem Heimspiel gegen den FC Villarreal die Titeljagd. Allerdings nicht als Favorit. Diese Rolle besitzt wiederum der in Madrid verhaßte FC Barcelona, Meister der vergangenen beiden Jahre und amtierender Champions-League-Sieger. Doch auch andere Mannschaften rechnen sich Chancen aus, Real zumindest den zweiten Platz der vergangenen Saison streitig zu machen. Allen voran Stadtrivale Atletico sowie der FC Valencia, Uefa-Pokal-Gewinner FC Sevilla und Auftaktgegner Villarreal.

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