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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Wut bei Real Madrid – Wahnsinn in Liverpool

Es war nicht sein Spiel: Cristiano Ronaldo und Real Madrid sind unzufrieden. Bild: dpa

Ärger bei Ronaldo und Co. Barça siegt auch nicht. Arsenal furios mit Aubameyang. Unglaubliches Finale zwischen Liverpool und Tottenham. Juve mit Torfestival. Und Neymar zaubert. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Vor gut einem halben Jahr saß Real Madrid noch königlich auf dem Fußball-Thron Europas. Erstmals verteidigte eine Mannschaft ihren Titel in der Champions League erfolgreich. Und niemand konnte sich damals ausmalen, dass die Dominanz in naher Zukunft so jäh beendet werden könnte. Anfang Februar 2018 ist von dem Glanz nichts mehr übrig geblieben. Die spanischen Medien zogen wie so oft eine radikale Bilanz: „Von der besten Mannschaft der Welt zur schlechtesten in der gesamten Geschichte Real Madrids innerhalb von nur sechs Monaten“, schrieb die Sportzeitung „Marca“.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          In der spanischen Primera División steht der Klub nur auf Platz vier. Und wenn Real so weitermacht, dürfte sich daran zumindest im Positiven wenig ändern im Verlauf der Saison. Bei UD Levante, einem Abstiegskandidaten aus Valencia, reichte es nur zu einem 2:2. Madrid war durch Sergio Ramos früh in Führung gegangen. Doch Emmanuel Boateng glich aus. Dann traf Isoc. Alles nochmal gut gegangen für Real? Mitnichten! Kurz vor dem Ende glich der eingewechselte Joker Giampaolo Pazzini für den Aufsteiger wieder aus. Abermals ließ Real den Sieg liegen.

          Zum Zeitpunkt des Ausgleichs waren Gareth Bale und auch Cristiano Ronaldo schon nicht mehr auf dem Platz. Trainer Zinedine Zidane, der in der Kritik steht, hatte den Weltfußballer vorzeitig vom Rasen geholt. Eine Majestätsbeleidigung! Ronaldo würdigte seinen Trainer keines Blickes bei seinem unfreiwilligen Abgang. „Wir sind wütend, wir hatten schon fast gewonnen“, sagte ein zerknirschter Zidane. Auch Kapitän Ramos war verärgert: „Das ist eins unserer schlimmsten Jahre.“ Und Besserung ist nicht in Sicht. Aber im Fußball kann es schnell gehen. Das wissen sie nicht zuletzt bei Real Madrid.

          Auch für den souveränen Spitzenreiter FC Barcelona lief es diesmal nicht rund. Im Stadtderby bei Espanyol reicht es nur zu einem 1:1. Der Außenseiter ging gar in Führung durch Gerard Moreno. Erst in der turbulenten Schlussphase gelang Abwehrspieler Gerard Pique der Ausgleich für Barça.

          Neun Punkte hinter dem FC Barcelona steht Atlético Madrid. Das Team von Diego Simeone gewann das Spitzenspiel gegen den FC Valencia mit 1:0. Angel Correa erzielte nach knapp einer Stunde das goldene Tor. Auffällig ist Atléticos Abwehrstärke: In 22 Partien kassierten sie erst neun Gegentreffer.

          In der englischen Premier League präsentierte sich Arsenal wie verwandelt. Das frühere Dortmunder Duo Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang zeigte seine Klasse, wobei der Treffer des Torjägers zum 4:0-Halbzeitstand beim 5:1 gegen Everton aus klarer Abseitsposition erziel wurde.

          Manchester City hatte unerwartete Probleme beim 1:1 beim FC Burnley. Der souveräne Spitzenreiter kam im dritten Auswärtsspiel in Serie wieder nur zu einem Remis. Danilo traf zur Führung, Johann Berg Gudmundsson glich aus. Zuvor vergab ManCity-Stürmer Raheem Sterling eine Riesenchance.

          Stadtrivale Manchester City als erster Verfolger verkürzte den Rückstand durch einen 2:0-Heimsieg über Huddersfield Town von Trainer David Wagner auf dreizehn Punkte. Romelu Lukaku traf zur Führung, danach erzielte Neuzugang Alexis Sanchez im Elfmeter-Nachschuss seinen ersten Treffer.

          Richtig turbulent ging es beim Topspiel zwischen Liverpool und Tottenham zu. Nach dem Ausgleich von Victor Wanyama für die Spurs in der 80. Minute überschlugen sich die Ereignisse. Harry Kane verschoss einen Elfmeter gegen den deutschen Torwart Loris Karius, Liverpool ging durch Mohamed Salah wieder in Führung. Doch Kane traf in der 95. Minute doch noch zum 2:2 – per Strafstoß.

          Die italienische Serie A ist eher für stabile Defensivarbeit als für feurige Offensivkunst bekannt. Aber gibt es Ausnahmen. Juventus Turin etwa ließ sich gegen Sassuolo Calcio nicht lumpen. Beim 7:0-Sieg gelangen dem deutschen Nationalspieler Sami Khedira zwei Tore – innerhalb von zwei Minuten

          Tabellenführer aber bleibt der SSC Neapel mit einem Punkt Vorsprung. Beim Duell der Gegensätze mit dem Letzten Benevento Calcio spielte der Erste seinen italienischen Fußball-Stiefel ganz locker herunter. Dries Mertens und Marek Hamsik steuerten die Tore zum glanzlosen 2:0-Arbeitssieg bei.

          Paris Saint-Germain steht weiter ungefährdet an der Spitze der französischen Ligue 1. Der Klub aus der Hauptstadt siegte bei OSC Lille mit 3:0. Der Gegner hielt lange gut mit, am Ende wurde das Ergebnis durch zwei Traumtore von Neymar (Freistoß) und Giovani Lo Celso (Lupfer) deutlich.

          Meister AS Monaco und Olympique Lyon lieferten sich ein rasantes Duell der Verfolger. Die Gäste führten schon mit 2:0, zur Pause aber stand es 2:2. Und es kam noch schlimmer für Lyon. Kurz vor dem Ende erzielte Rony Lopes den Siegtreffer für Monaco, das in der Tabelle damit vorbeizog.

          Noch mehr Tore fielen beim Heimspiel des ersten Verfolgers von Paris. Olympique Marseille ist nach Jahren des Mittelmaßes wieder in der französischen Spitzenklasse angekommen. Gegen den FC Metz gab es gleich neun Tore im Stade Velodrome zu bestaunen, von denen „OM“ sechs erzielte.

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