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Real Madrid : Bale trifft, „CR7“ kassiert

Ein Auftakt nach Maß: Gareth Bale traf gleich in seinem ersten Spiel für Real Madrid Bild: AP

Bewegende Tage bei Real: Der neue 100-Millionen-Stürmer Gareth Bale führt sich mit einem Tor ein, doch Madrid verpasst den Sieg. Cristiano Ronaldo steigt derweil zum bestbezahlten Fußballprofi auf.

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          Man mag es groß und grandios in Madrid, mit starker Hand und markigen Worten. Wem das nicht passt, der kann gehen. So reichen sich bombastische Versprechungen und peinliche Niederlagen die Hand. Der 100-Millionen-Transfer von Gareth Bale vor vierzehn Tagen war so ein Paukenschlag.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Gleich darauf der Blitzverkauf von Mesut Özil, der viele Real-Fans verstimmt hat. Dann als atmosphärisches Zwischenspiel das spektakuläre Scheitern der Madrider Olympia-Bewerbung 2020. Und jetzt die Verkündung des neuen Vertrags für Cristiano Ronaldo, der sich bis 2018 an Real bindet und dafür reich entlohnt wird. Man hat kaum Zeit zum Atmen, so zukunftsschwer ist die Sommerluft.

          Zwischendurch musste auch noch Fußball gespielt werden, und Trainer Carlo Ancelotti wollte beim Aufsteiger FC Villarreal gleich zeigen, welches Kapital in seinem Team schlummert. Erstmals sah man den Basken Asier Illaramendi, den künftigen Khedira-Konkurrenten, und erlebte einen Spieler mit Klasse und Übersicht.

          Von Bale, dem walisischen Wundermann, lässt sich dagegen nicht viel berichten außer seinem Treffer zum 1:1, den er im Stil eines Mittelstürmers erzielte: durchgesaust bis fast zur Torlinie und eine scharfe Flanke von rechts energisch reinbugsiert. Bale, der in den letzten zehn Wochen kaum ein Spiel absolviert hat, fand noch keine Bindung zu seinen Kollegen.

          Cristiano Ronaldo verlängert bei Real und verdient fortan mehr als Lionel Messi

          Nach einer verunglückten Flanke höhnten die Villareal-Fans in Anspielung auf seine astronomische Transfersumme: „Das bist du wirklich wert!“ Aber die ganze Mannschaft hatte zu kämpfen, denn Villareal kombinierte unerschrocken bis in den Real-Strafraum hinein. Am Ende war der Rekordmeister mit dem 2:2 noch gut bedient.

          Ancelotti zeigte sich dennoch einigermaßen zufrieden mit seiner Mannschaft, die jetzt zwei Punkte hinter den führenden Atlético Madrid und FC Barcelona liegt, und sprach von Problemen nach vierzehntägiger Ligapause. „Ich glaube, die Reaktion nach dem ersten Gegentor war gut“, so der Italiener. „Mit etwas mehr Aufmerksamkeit hätten wir gewinnen können.“

          Beim Spiel in Villarreal kamen die Königlichen aber nur zu einem 2:2

          Was Villareal zumindest bewiesen hat: dass die Primera División nicht ganz so unausgeglichen ist, wie angesichts des enormen Budgetgefälles zwischen Großen und Kleinen behauptet wird. Auch der FC Barcelona musste schwitzen, bis ein mühsamer 3:2-Heimsieg über den FC Sevilla durch ein Tor in allerletzter Sekunde durch Alexis Sanchez gesichert war.

          Am Tag nach dem Match rief Real Madrid bei schönstem Sonntagswetter, um endlich die Vertragsverlängerung von Ronaldo zu verkünden. Das lange Schweigen, so scheint es, hat die Bezüge des Portugiesen wundersam in die Höhe getrieben. Der neue Kontrakt gilt bis 2018, wenn Ronaldo 33 Jahre alt sein wird, und garantiert dem Stürmer laut „El País“ ein Nettojahresgehalt von annähernd 20 Millionen Euro, während „Marca“ von 17 Millionen spricht.

          Alexis Sanchez rettete Barcelona den Sieg gegen den FC Sevilla

          So oder so rückt „CR7“ zum bestbezahlten Fußballprofi der Welt auf und lässt auch Spitzenverdiener wie Zlatan Ibrahimovic (Paris St. Germain) oder Lionel Messi (FC Barcelona) hinter sich. Er sei glücklich, sagte Ronaldo, der auf einem Foto vor dem Vertragswerk mit modischer Brille zu sehen war, vermutlich, weil er so die Nullen besser zählen konnte.

          Das Geld sei keine Priorität gewesen. Er glaube an ein „Projekt mit Zukunft“, und zwar „im besten Verein der Welt“. Das war Musik in den Ohren von Klubchef Florentino Pérez, von dem es heißt, er habe es in den letzten Jahren an Liebesbeweisen gegenüber seinem obersten Torjäger (204 Treffer in vier Jahren) fehlen lassen und nun tiefer in die Tasche greifen müssen, um einen Imageschaden zu verhindern.

          Von „einem großen Tag“ sprach Pérez, wie man es von ihm kennt. Ronaldo verkörpere „äußerstes Engagement, grenzenlose Professionalität, unglaubliches Talent und allerhöchste Ansprüche an sich selbst“. Und dann: „Cristiano will immer noch mehr. Genau wie Real Madrid.“ Damit einem bei so vielen Superlativen nicht schwindelig wird, empfiehlt sich ein Blick auf die Reservebank, auf der seit Monaten Nationaltorhüter Iker Casillas versauert.

          Sein Abstieg begann aufgrund persönlicher Differenzen mit dem ehemaligen Coach José Mourinho, doch zum Entsetzen der Fans hat sich die Flaute unter Ancelotti fortgesetzt. In Villareal bot sein Konkurrent Diego López eine überragende Leistung. Immerhin darf Casillas, so ist es angekündigt, am Dienstag in der Champions League gegen Galatasaray Istanbul das Tor hüten.

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