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Europa-League-Qualifikation : RB Leipzig will den harten Weg gehen

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Chef in Doppelfunktion: Sportdirektor Ralf Rangnick übernimmt das Traineramt bis zu Nagelsmanns Wechsel nach Leipzig Bild: dpa

Das erste Pflichtspiel eines Bundesligateams steht bevor: RB Leipzig muss beginnend mit dem Duell gegen BK Häcken durch eine quälend lange Qualifikation, wenn man in die Europa League will. Dabei sind die Vorzeichen schwierig.

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          BK wer? Beim Namen Häcken mussten außer Schwedens Nationalkicker Emil Forsberg wohl so gut wie alle Leipziger erstmal googeln. Gegen den 1940 gegründeten schwedischen Bollklubben aus Göteborg steht Fußball-Bundesligist RB Leipzig im Hinspiel der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag (18.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und DAZN) schon unter Druck. Will man nicht gleich einen verkorksten Einstand hinlegen. Und das fünfeinhalb Wochen vor dem Liga-Auftakt. „Wir wollen in der Europa League weit kommen. Ein gutes Ergebnis ist wichtig“, sagte Trainer Ralf Rangnick am Mittwoch.

          Fußball-Experten schätzen die „Wespen“ wie einen gegen den Abstieg kämpfenden Bundesligaklub oder sehr guten Zweitligaverein ein. Nimmt man Parameter wie Kader, Finanzen und sportlichen Anspruch sind die Sachsen klarer Favorit. „Wir sind noch in einer Phase, wo man Grundlagen legt. Trotzdem sollten wir uns mit unserer Qualität durchsetzen“, sagte Rangnick.

          Für Vorstandschef Oliver Mintzlaff ist die Europa League „ein wichtiger Wettbewerb. Wir haben bei Salzburg gesehen, dass man ins Halbfinale einziehen kann. Ab dem Achtelfinale ist das ein richtig spannender Wettbewerb“, sagte er der „Sport Bild“. Der mühsame Weg, der Leipzig in der nächsten Runde mit Universitatea Craiova aus Rumänien zusammenführen würde, soll also mit allem Ernst beschritten werden.

          Denn neben dem sportlichen Prestige geht es auch um viel Geld. Die Uefa stockte in dieser Saison die fetten Geldtöpfe um mehr als 110 Millionen auf nun 510 Millionen Euro an Prämien in der Europa League (Vorsaison 399,8 Mio) auf. Dazu kommen noch 50 Millionen Euro aus dem Anteil der Champions-League-Vereine. Im Optimalfall sind für RB am Ende mehr als 19 Millionen Euro an Prämien drin.

          Rangnick weiß, was er wissen muss

          Neben Videoanalysen beobachteten die Sachsen den Gegner mehrfach. Rangnick weiß über die Schweden, was er wissen muss. Seit zwei Wochen impft er seinem noch dezimierten Team die RB-DNA ein: überfallartiges Tempospiel, starkes Pressing, kein Ballbesitz-Fußball ohne Zug in die Tiefe. „Ohne Tempo und ohne Tiefgang, ohne Hochschalten in den 5., 6., 7. Gang gewinnst du heute nicht mal mehr gegen Panama oder Südkorea“, hatte Rangnick kürzlich gesagt.

          Zudem ließ der Trainer und Sportdirektor in Personalunion verstärkt Standards trainieren. Als Konsequenz der schwachen RB-Statistik aus der Vorsaison, in der die Messestädter 18 Gegentore nach Ecken und Freistößen kassierten. Zudem sind Standards gute Torchancen: Bei der WM in Russland resultierten 42 Prozent der Treffer aus Standards.

          Was passiert mit Forsberg

          Doch RB startet unter erschwerten Bedingungen: Nicht nur, dass die Vorbereitung erst seit zwei Wochen läuft. Zudem fehlen noch die WM-Fahrer Timo Werner, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen. Bei Forsberg halten zudem die Gerüchte um einen möglichen Abgang an, wenngleich Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick Anfragen für den Schweden dementierte. „Ich habe in den letzten fünf Wochen nichts gehört. Niemand hat uns je kontaktiert. Und das ist das Beste, was aktuell passieren kann. Emil ist ein wichtiger Spieler für uns. Wir wollen ihn behalten und er weiß das“, sagte Rangnick vor dem ersten Qualifikationsspiel in der Europa League gegen BK Häcken (18.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und DAZN live). Leipzigs Mittelfeldspieler, der bei der WM mit der schwedischen Nationalmannschaft im Viertelfinale an England gescheitert war, kokettiert indes schon seit längerem mit Abwanderungsgedanken zu einem größeren Klub.

          Bisher blockte RB aber immer ab. Sein Vertrag bei den Leipzigern läuft noch bis Sommer 2022 ohne Ausstiegsklausel. Bei der WM vermied Forsberg, der am Donnerstag aus seinem WM-Urlaub nach Leipzig zurückkehrte, ein Bekenntnis pro RB. Gänzlich schließt Rangnick einen Transfer des 26-Jährigen aber nicht aus. „Wenn nicht noch etwas Großes passiert“, sagte der 60-Jährige. Nach Medieninformationen seien die Sachsen ab einer Summe von 40 Millionen Euro bereit, über einen Verkauf des Schweden nachzudenken.

          Rangnick plagen darüber hinaus noch Verletzungssorgen: Dayot Upamecano (Prellung) und Konrad Laimer (Faserriss) fallen angeschlagen aus. Marcel Sabitzer (Schulteroperation) und Marcel Halstenberg (Kreuzband) sind noch nicht fit.

          Schweden im Spielbetrieb

          Die Schweden indes, bei denen Innenverteidiger Johan Hammar einst mit Forsberg bei Malmö FF kickte, sind bereits seit Anfang April im Liga-Spielbetrieb. Sie haben schon 21 Pflichtspiele hinter sich und sind eingespielt.

          Bis zur Gruppenphase muss RB noch zwei weitere Runden mit Hin- und Rückspiel überstehen. Insgesamt will Leipzig laut Rangnick in der neuen Saison so lange wie möglich auf „drei Hochzeiten eine gute Rolle spielen.“ Zwar sei die Bundesliga ganz klar das Kerngeschäft und man wolle den einen oder anderen Tabellenplatz besser abschneiden als letzte Saison. „Die Kunst besteht darin, beides hinzukriegen“, meinte Rangnick. Dafür will Rangnick noch zwei bis drei Neue holen.

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