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Abbruch-Skandal in Osnabrück : RB Leipzig bietet Wiederholungsspiel an

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„Wir bieten ein Wiederholungsspiel an“: Leipzigs Trainer Ralf Rangnick Bild: dpa

Nach dem Abbruch des DFB-Pokalspiels in Osnabrück nach dem Wurf eines Feuerzeugs auf den Schiedsrichter bietet Leipzig ein Wiederholungsspiel an. RB-Trainer Rangnick spricht zudem über weitere Vorfälle gegenüber seinen Spielern.

          Nach dem Abbruch des DFB-Pokalspiels beim VfL Osnabrück hat RB Leipzig seine Bereitschaft für eine abermaligen Ansetzung der Partie erklärt. In einem Statement, das der Fußball-Zweitligaverein am Dienstagmorgen auf seiner Vereins-Homepage veröffentlichte, sprach Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick darüber hinaus allerdings von fortdauernden „unsportlichen und unfairen Taten“ auch gegenüber Spielern seiner Mannschaft.

          „Das ganze Spiel über flogen Feuerzeuge, Trinkbecher und andere Wurfgegenstände in Richtung unserer Spieler sowie unserer Auswechselspieler, die sich gerade warmliefen“, sagte Rangnick. Es sei demnach definitiv nicht nur ein Einzeltäter gewesen, dessen Handeln später zu dem für alle Seiten bedauerlichen Spielabbruch geführt habe. „Dennoch bieten wir ein Wiederholungsspiel an.“ Am Dienstag vor dem Training bekräftigte Rangnick noch einmal: „Natürlich hätten gestern mehrere andere Leute noch getroffen werden können“, sagte er bei einer Presserunde. Wäre er mit Familie im Stadion gewesen, hätte er nicht gewusst, „wo ich hätte sitzen und stehen sollen, damit ich mich halbwegs sicher fühle“, meinte der 57-Jährige.

          Die Partie war am Montag knapp zwanzig Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit abgebrochen worden. Zuvor war Schiedsrichter Martin Petersen in der 71. Minute von einem Feuerzeug am Kopf getroffen worden. Der niedersächsische Drittligaverein hatte zu dem Zeitpunkt 1:0 geführt.

          Noch am Montagabend nahm der Kontrollausschuss des DFB Ermittlungen zum Eklat in Osnabrück auf. Anschließend wird das Sportgericht über die Spielwertung und weitere Sanktionen entscheiden. Ob ein Wiederholungsspiel überhaupt möglich ist, blieb zunächst unklar. Vor knapp zehn Jahren gab es in einem Pokalspiel einen ähnlichen Fall. Beim Duell Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC wurde 2005 Schiedsrichter-Assistent Kai Voss von einem gefüllten Bierbecher getroffen. Die Berliner führten zu diesem Zeitpunkt mit 2:0. Das Spiel wurde ebenfalls abgebrochen und mit 2:0 für Hertha gewertet.

          Schockmoment: Schiedsrichter Martin Petersen (r.) wird getroffen und kann nicht weitermachen Bilderstrecke

          Rangnick erklärte die Leipziger Bereitschaft dazu mit der Einstellung des Klubs, der in der Öffentlichkeit wegen der finanziellen Abhängigkeit zum österreichischen Getränkehersteller Red Bull von Milliardär Dietrich Mateschitz oft kritisiert wird. „Unser Verein steht für Fairness, Fair Play, Familienfreundlichkeit, soziales Engagement, sportlichen Wettkampf und gegenseitigen Respekt.“ Der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff fügte in der Mitteilung hinzu: „Wir wollen und werden solchen Chaoten im Fußball keine Plattform bieten, in diesen Sport negativ einzugreifen oder ihn sogar zu bestimmen.“

          „Ich glaube nicht, dass wir mit unserer Art, wie wir gespielt haben, zu eskalierenden Dingen beigetragen haben“, betonte Rangnick. „Ich bin erstmal froh, dass solche Dinge bei uns im Stadion nicht passieren.“ Rangnick wies zudem daraufhin, dass solche Dinge „nicht nur gegen uns passieren, sondern auch, wenn sogenannte Tradionsvereine gegeneinander spielen“. Das Angebot für ein Wiederholungsspiel begründete Rangnick mit dem Willen der Leipziger, „sportlich in die nächste Runde einziehen“ zu wollen. „Das ist unser Anspruch, wir wollen nicht über den Grünen Tisch in die nächste Runde.“

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          Die Polizei leitete derweil Ermittlungen gegen den unbekannten Feuerzeug-Werfer ein. „Ein Tatverdächtiger konnte bislang noch nicht ausgemacht werden“, teilte Polizeisprecherin Mareike Kocar mit. Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Polizeiinspektion Osnabrück auf Hochtouren. Nach Angaben von Kocar werten die Szenekundigen Beamten Fußball (SKB) derzeit externes und internes Videomaterial aus. Zudem werden aktuell die Spuren auf den geworfenen Gegenständen gesichert.

          Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zu der Wurfattacke im Stadion geben können, sich zu melden. Auch privates Filmmaterial sollte zur Verfügung gestellt werden. Ob Schiedsrichter Petersen eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt hat, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen. Da die Beamten bei dem Spiel vor Ort waren, müssen aber von Amtswegen Ermittlungen eingeleitet werden.

          Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, der als Fan des VfL die skandalösen Vorfälle im Stadion selbst miterlebt hatte, rief die Fans auf, bei der Suche nach dem „Verursacher“ mitzuhelfen. „Jedem Stadionbesucher muss klar werden, dass solche Aktionen niederträchtig sind, und strafbar dazu“, sagte Pistorius in einer Mitteilung und forderte: „Die oder derjenige muss hart bestraft werden. Das ist Betrug am Fußball und an den Fans, die für ihre Mannschaft über 70 Minuten geschrien und gehofft haben, die sich den Abend freigenommen haben, auf die Sensation gehofft oder sich einfach auf ein tolles Spiel gefreut haben.“

          VfL-Präsident Hermann Queckenstedt sprach noch auf dem Rasen vor den Zuschauern vom bittersten Tag seiner Amtszeit bei dem Verein. Er entschuldigte sich im Namen des VfL Osnabrück ausdrücklich bei Schiedsrichter Petersen. „Diese Aktion schadet dem VfL, diese Aktion schadet dem Fußball.“

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