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1:6 gegen Leipzig : Wolfsburg-Debakel im eigenen Stadion

  • -Aktualisiert am

Maximilian Arnold muss das heftige Aus im DFB-Pokal verarbeiten. Bild: dpa

Der VfL verliert erstmals ein Spiel in dieser Saison – und wie! Mit 1:6 geht Wolfsburg in der zweiten Runde im DFB-Pokal unter. Leipzig profitiert erst von einem Eigentor – und ist danach nicht mehr zu bremsen.

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          Die Art und Weise, mit der diese besondere Erfolgsserie beendet wurde, darf als äußerst gründlich bezeichnet werden. Die Profis des VfL Wolfsburg besaßen erstmals in dieser Saison nicht den Hauch einer Chance. Nach 13 Pflichtspielen ohne Niederlage gleich 1:6 zu verlieren, muss ihnen sehr weh getan haben. Zumal sie in der Liga erst fünf Gegentore hinnehmen mussten.

          DFB-Pokal

          In der Fußball-Bundesliga hatte es vor kurzem im Duell mit RB Leipzig noch zu einem 1:1 gereicht. Der Weg ins Achtelfinale des DFB-Pokals blieb gegen diesen Gegner jedoch grundlegend versperrt. Willi Orban, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg, Konrad Laimer und der überragende Timo Werner (2) erzielten die Tore für die rasant aufspielenden Leipziger. Mit etwas mehr Konsequenz und Schussglück hätte ihr Sieg noch höher ausfallen können. Dieser kühle und einseitige Fußballabend endete wie ein temporeiches Scheibenschießen.

          Es sah wirklich merkwürdig aus. Die Spieler des VfL Wolfsburg waren lethargisch in ihr Heimspiel gestartet. Sie ließen vor 17.705 Zuschauern fast alle vermissen, was die Leipziger wirklich hätte überraschen können. Selbst Torjäger Wout Weghorst, der in der Rolle des Kapitäns den gesperrten Josuha Guilavogui vertrat und kurz vor Spielende den Ehrentreffer erzielen konnte, ließ seinen sonst so unermüdlichen Kampfgeist vermissen. Der Niederländer bekam seinen Puls nach einem 0:1-Halbzeitrückstand erst auf erhöhtes Niveau, als es schon zu spät war.

          Zum Stein des Anstoßes hatte sich zwischenzeitlich die Anbahnung des vorentscheidenden 0:3 durch Forsberg entwickelt. Schiedsrichter Felix Zwayer musste sich von nahezu allen Wolfsburgern fragen lassen, warum er im Mittelfeld ein Handspiel des Leipzigers Yussuf Poulsen nicht ahnden wollte. Der Ärger darüber war so groß, dass die gesamte Mannschaft des VfL Wolfsburg das Wesentliche aus den Augen verlor und nicht mehr in der Lage war, eine angemessene Gegenwehr zu leisten.

          Als die Leipziger sich nach Spielende feiern ließen und den Applaus der mitgereisten Fans genossen, sah der Held des Abends erstaunlich entspannt aus. Am linken Hosenbein ließen sich nur leichte Spuren von Dreck und Rasen erkennen. Ansonsten trat Nationalspieler Werner in einem immer noch strahlend weißen Dress ab – fast so, als habe er seinen Arbeitstag frei von Beeinträchtigungen durch den Gegner beenden können.

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          Werner war nach einem mäßigen Start in die Partie zum Schlüsselspieler aufgestiegen. Mit seinem Tempo und dem Blick für kluge Doppelpässe enttarnte der Mann mit der Rückennummer 11 gnadenlos die Schwachstellen in der Wolfsburger Abwehr. Das VfL-Trio mit Kevin Mbabu, Jeffrey Bruma und Marcel Tisserand wurde regelrecht schwindelig gespielt. Ob beim Passspiel oder auf dem direkten Weg zum Tor: Werner umkurvte seine Berufskollegen wie Fahnenstangen.

          Sorgen machte nur Kapitän Orban, der mit einer Verletzung ausgewechselt werden musste. „Es tut ein bisschen weh, aber momentan geht's“, sagte er kurz nach dem Spiel. „Vom Gefühl her könnte der Meniskus ein bisschen beschädigt sein. Ich hatte schonmal eine ähnliche Verletzung. Aber ich muss morgen früh in die Röhre und dann werden wir mehr wissen.“ Orban hatte sich in der ersten Halbzeit der Zweitrundenpartie ohne Fremdeinwirkung verletzt und musste ausgewechselt werden. „In der Drehung hatte ich das Gewicht auf dem linken Standbein und dann habe ich ein Stechen gespürt“, beschrieb der Verteidiger die Szene, die zu seiner Verletzung führte.

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