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Rassismus-Eklat in Bulgarien : Warum die Engländer nicht das Feld verließen

  • -Aktualisiert am

Eines der Ziele der verbalen Anfeindungen: England-Profi Raheem Sterling beim Spiel in Bulgarien Bild: EPA

Nach den rassistischen Ausfällen bulgarischer Fans gegen dunkelhäutige englische Spieler werden nun harte Strafen gefordert. Die Mannschaft aber zog es vor, weiterzuspielen. Das hat einen Grund.

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          Nach dem 6:0-Sieg über Bulgarien in der Qualifikationsgruppe A zur Europameisterschaft 2020 hat Tabellenführer England den Startplatz zwar noch immer nicht sicher, aber in der kommenden Spielrunde im November dürfte es auch rechnerisch so weit sein. Nicht dabei sein wird dagegen Bulgarien. Aber der bulgarische Verband hat gerade ohnehin ganz andere Sorgen – sollte er zumindest haben. Denn zum wiederholten Mal fiel ein Teil des bulgarischen Publikums am Montagabend mit rassistischen Gesten und Beleidigungen auf.

          5000 der gut 46.000 Sitze im Wassil-Lewski-Nationalstadion waren als Strafe für vergleichbare Entgleisungen in der Vergangenheit für das Spiel gegen England gesperrt worden. Dass es zu neuerlichen Vorfällen kommen könnte, hatte sich vor der Partie bereits angekündigt. Nur war es dieses Mal so schlimm, dass das Spiel sogar kurz vor dem Abbruch stand. Alles, was dazu fehlte, war ein entsprechendes Signal der englischen Spieler, die wiederholt und über die Spielfeldmikrofone des Fernsehens deutlich hörbar etwa mit Affenlauten beleidigt worden waren. Zu sehen war außerdem eine Gruppe schwarz gekleideter und zum Teil vermummter Männer mit einschlägiger Hooligan-Symbolik, die den Nazigruß zeigten. Die Gruppe wurde Minuten vor der Pause des Stadions verwiesen.

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