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Rassismus im Fußball : „Wir müssen gemeinsam aufstehen!“

  • -Aktualisiert am

Jordan Torunarigha (Zweiter von links) ist nach den rassistischen Beleidigungen völlig bedient. Bild: Imago

Der deutsche Fußball hat ein Rassismus-Problem. Auch in den vergangenen Wochen beleidigten Zuschauer schwarze Spieler mehrmals mit Affenlauten. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Cacau findet dazu deutliche Worte. Ein Gastbeitrag.

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          Es muss Weihnachten 2011 oder 2012 gewesen sein. Ich war 2007 deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart geworden, 2010 hatte ich für Deutschland bei der WM in Südafrika gespielt. Das alles lag hinter mir. Ab Mitte Dezember flogen wir immer nach Brasilien, meine Frau Tamara, meine drei Kinder und ich. Wir besuchten meine Familie, vor allem meine Mutter, die in Mogi da Cruzes lebt, eine Großstadt etwa 60 Kilometer östlich von São Paulo, dort bin ich aufgewachsen. Ohne nachzudenken fuhr ich also eines Nachmittags mit Tamara und den Kindern zu einer ziemlich luxuriösen Mall. Wir schlenderten von Geschäft zu Geschäft, ein schöner Urlaubstag. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich merkte, dass etwas nicht stimmte. Manche Leute schauten uns grimmig an, andere wandten demonstrativ den Blick ab. Schlagartig wurde mir bewusst, dass wir nach Meinung dieser wohlhabenden Brasilianer hier nicht hingehörten. Es war eine ganz klare Diskriminierung, die mir hier begegnete.

          Rassismus ist eine erniedrigende Erfahrung, egal wo man ihn erlebt. Ich habe dies in der Vergangenheit schon häufiger gesagt und wurde hierfür auch kritisiert, aber ich habe es so erlebt, dass in Brasilien der Rassismus für mich spürbarer war als in Deutschland. Wer mich kennt, weiß, wie wohl ich mich in Deutschland fühle. Wie dankbar ich bin, für die Chancen, die ich hier hatte und nutzen konnte. Deutschland ist ein weltoffenes Land, die Menschen sind freundlich und respektvoll. Am 12.Juli 1999 landete ich in München, und seitdem ist mir so viel Positives in Deutschland widerfahren. Aber ich weiß auch, dass es andere Erlebnisse gibt, auch im Fußball, in den letzten Monaten viel zu viele.

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