https://www.faz.net/-gtl-9wlc1

Diskussion im Fußball : Sollte man bei Rassismus einfach vom Platz gehen?

Angefeindet: Leroy Kwadwo (rechts) lässt es sich nicht gefallen. Bild: Imago

Leroy Kwadwo wird rassistisch beleidigt. Die Fans in Münster in der dritten Liga reagieren vorbildlich. Der Würzburger bedankt sich – und fordert ein noch konsequenteres Handeln. Doch wie sieht die Praxis aus?

          2 Min.

          Dritte Liga, Preußen Münster gegen die FC Würzburger Kickers. Es ist die 86. Minute, in der das eigentliche Fußballspiel zur Nebensache wird. Der Würzburger Abwehrspieler Leroy Kwadwo steht an der Bande vor der Haupttribüne, vor ihm die Fans der Gastgeber aus Münster. Er lehnt sich nach vorne und schreit in Richtung Publikum, reißt den linken Arm wütend nach oben. Zuschauer aus den vorderen Reihen stehen auf und zeigen in Richtung der höheren Ränge. Sofort wird klar: Wieder ist ein dunkelhäutiger Spieler in einem deutschen Fußballstadion rassistisch beleidigt worden. Wieder waren Affenlaute zu hören. „Geh zurück in dein Loch“, soll ein Mann aus dem Publikum laut „Spiegel“ gerufen haben.

          Die Schiedsrichterin Katrin Rafalski reagiert, wie es das Drei-Stufen-Modell für solche Fälle vorsieht und veranlasst eine Stadiondurchsage. Auch Münsteraner Fans verhalten sich vorbildlich. Noch bevor der Stadionsprecher auf den Vorfall hinweist, schallt „Nazis raus“ von der Tribüne. Den Sicherheitskräften wird geholfen, den Mann zu finden. Er wird festgenommen, laut Polizei soll eine Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet werden. Wie alle Verantwortlichen verurteilte Christoph Strässer, Präsident von Preußen Münster, die Beleidigungen. „Das Mindeste, das wir tun können: Dass dieser Mann nicht mehr wieder in dieses Stadion kommt“, so Strässer.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+