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Rassismus-Eklat in Italien : Gefängnisstrafen für sechs Fans

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Kevin-Prince Boateng hat genug von rassistischen Sprechchören und geht vom Platz Bild: dpa

Im Januar war Kevin-Prince Boateng die rassistischen Sprechchöre leid. Er schoss den Ball auf die Tribüne und ging mit seinen Kollegen vom Feld. Nun werden sechs Fans verurteilt. Aber auch ein Spieler wird bestraft.

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          Sechs Fans des italienischen Fußball-Viertligaverein Pro Patria sind wegen rassistischer Sprechchöre in einem Testspiel gegen den AC Mailand zu Gefängnisstrafen von 40 Tagen bis zwei Monaten verurteilt worden. Ein Gericht in Busto Arsizio belegte die Männer am Mittwoch zudem mit einer Geldstrafe von insgesamt 10.000 Euro.

          Die Angeklagten hatten bei der Partie in Busto Arsizio Anfang Januar dunkelhäutige Milan-Spieler wiederholt verhöhnt, bis Kevin-Prince Boateng den Ball auf die Tribüne schoss und den Platz aus Protest verließ. Seine Mitspieler folgten ihm in die Kabine, das Spiel wurde abgebrochen.

          Die Anklage hatte wegen der rassistischen Beleidigungen Haftstrafen von vier bis sechs Monaten gefordert. Richter Toni Adet Novik blieb mit seinem Strafmaß von zwei Monaten für fünf Angeklagte weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

          Ein Fan kam mit 40 Tagen Gefängnis davon, weil er mit der Justiz zusammengearbeitet hatte. Den Milan-Spieler Sulley Muntari verurteilte das Gericht zu einer Geldstrafe von 500 Euro, weil er unentschuldigt nicht zur Zeugenaussage erschienen war. Zuvor hatten bereits seine Teamkollegen Boateng und M’Baye Niang in dem Prozess ausgesagt.

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