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Rassismus : Asamoah von Neonazis beleidigt

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Asamoah: „Ich finde das schlimm” Bild: ddp

Nationalspieler Gerald Asamoah sieht sich rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. Eine der Neonazi-Szene zugeordnete Organisation hat den Fußballprofi des FC Schalke 04 für Propagandazwecke mißbraucht.

          Nationalspieler Gerald Asamoah vom Bundesligaklub Schalke 04 sieht sich rassistischen Beschimpfungen ausgesetzt. Eine der Neonazi-Szene zugeordnete Organisation, die vom brandenburgischen Verfassungsschutz beobachtet wird, hat den farbigen Fußballer für Propagandazwecke mißbraucht.

          „Nein Gerald, Du bist nicht Deutschland“, lautet der Spruch, der mit einem Foto von Asamoah auf Plakate und Aufkleber gedruckt wurde, die übers Internet angeboten werden. „Ich überlege noch, wie ich reagieren soll. Aber ich bin schon erschrocken über diese Sache. In dieser Form ist mir so etwas zum ersten Mal begegnet“, sagt Asamoah, der mit seinem Verein besprechen will, wie er auf diese Konfrontation aus der rechten Ecke reagieren soll: „Einerseits kann und will ich ja nicht so tun, als würde es diese Geschichte nicht geben. Andererseits will ich diejenigen, die diese Aktion gestartet haben, aber auch nicht unnötig aufwerten. Das ist ja genau das, was die damit bezwecken.“

          Auch Bundespräsident Köhler beleidigt

          Der in Ghana geborene Stürmer, der mit 14 Jahren nach Deutschland übergesiedelt und in Hannover aufgewachsen ist, zeigt sich tief getroffen: „Ich finde so etwas sehr schlimm. Aber die Vorfreude auf die WM lasse ich mir dadurch nicht nehmen“, sagt Asamoah, der seit 2001 deutscher Nationalspieler ist und bisher auf 36 Einsätze für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes kam. Asamoah prüft, ob er rechtliche Schritte gegen die Organisation einleiten soll. Schalke hat ihm - wie auch immer Asamoah sich entscheidet - dabei jede mögliche Hilfe zugesagt.

          Im Rahmen der rechtsextremen Kampagne wurde auch Bundespräsident Horst Köhler verunglimpft. Der Slogan „Nein Horst, Du bist nicht Deutschland“ wird im Internet zum Herunterladen angeboten - illustriert mit einem Foto, das Köhler beim Besuch einer Synagoge zeigt, bei dem der Bundespräsident die jüdische Kopfbedeckung Kipa trägt.

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