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Boykott für WM in Qatar : Rasender Holländer

Auch ohne niederländische Lieferung wird in den WM-Stadien 2022 in Qatar Rasen liegen. Bild: Picture-Alliance

Der Emir soll zur WM 2022 keinen niederländischen Gras bekommen. Begründung: Gewissensbisse. Ein konsequenter Boykott? Vielleicht. Aber letztlich ohne Konsequenz. In der Wüste blüht längst Rollrasen.

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          Die Niederländer und ihre Krautpflanzen: Es ist eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte. So grün, so saftig, so dicht. Inzwischen kommt seit Generationen beim sehnsüchtigen Blick über die Grenze eine Frage auf: Wie machen sie das bloß? In Limburg, zum Beispiel. Dort wird angebaut, um in alle Welt zu liefern.

          Zufriedenes Weltmeister-Lächeln auf dem, zugegeben, schon etwas älteren Werbefoto auf der Produzenten-Website, bei den Herren Brehme, Eckel und Hölzenbein. Lieferung von den, Eigenwerbung, „Grün-Profis“ auch für die WM 2006. Ergebnis: Erfolgsprodukt, Sommermärchen, ein Land im Rausch. Schön war die Zeit.

          Klar, dass andere da auch gerne zugreifen möchten: „Verwandeln Sie Ihren Garten in eine frischgrüne Oase“, verspricht der Online-Katalog. Vermutung: Damit hatten sie den Emir gelockt. Nur das Beste für die Wüsten-WM, also her mit dem Rollrasen aus Limburg. Was kann da schiefgehen?

          Und nun das: In Heythuysen drehen sie Qatar – eine lange Nase. Kein Gras für den Emir, Begründung: Gewissensbisse. Zu viel Ausbeutung, zu viel Tod, lange bevor Ball und Rollrasen zusammenkommen bei der WM. Konsequenter Boykott? Vielleicht. Aber letztlich ohne Konsequenz. In der Wüste blüht längst der Rollrasen. Qatar signature pitch. Der Emir baut längst selbst an, sortenrein.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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