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Ronaldo-Freude auf neuen Coach : „Es ist Zeit für Mister Ralf Rangnick!“

  • Aktualisiert am

Cristiano Ronaldo freut sich offenbar auf den Start mit Ralf Rangnick. Bild: EPA

Cristiano Ronaldo und Ralf Rangnick – kann das wirklich gutgehen? Die Vorfreude von Star und neuem Trainer bei Manchester United ist groß. Und dennoch bleiben Zweifel vor dem Start des Deutschen.

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          Cristiano Ronaldo kann das Debüt von Ralf Rangnick kaum abwarten. „Es ist Zeit, Mister Ralf Rangnick am Steuer zu begrüßen...lass uns anfangen!“, schrieb der Star von Manchester United auf Instagram und freute sich auf die Premiere des neuen ManUnited-Teammanagers am Sonntag (15.00 Uhr MEZ bei Sky) gegen Crystal Palace.

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          Am Donnerstag war der neue Chefcoach auf der Tribüne Augenzeuge des 3:2 gegen den FC Arsenal und der beiden Tore von CR7, der mit seinen Toren Nummer 800 und 801 in offiziellen Spielen die nächste Karriere-Schallmauer durchbrach.  Rangnick lobte den fünfmaligen Weltfußballer. Der 36 Jahre alte Portugiese sei ein Spieler, der „ganz einfach den Unterschied ausmachen kann“, sprach Rangnick ein Sonderlob aus: „Ich habe noch nie einen Spieler in dem Alter gesehen, der so fit ist.“

          Die große Frage: Schafft Rangnick es, Ronaldo in seine laufintensive und pressinglastige Spielidee zu integrieren? Die britischen Medien beschäftigen sich in den letzten Tage intensiv mit der Frage, ob der Ausnahmespieler tatsächlich die Vorstellung Rangnicks von defensiver Arbeit im Sinne der Mannschaft umsetzen kann. Die erste Antwort gab es bereits gegen die Gunners. Ronaldo übte insgesamt 27 Mal Druck auf Gegenspieler aus, so oft wie nie in dieser Saison – zuvor hatte der Schnitt bei 14,4 gelegen.

          „Vielleicht der größte Klub“

          Rangnick freut sich ebenfalls, endlich die Geschicke beim Team von Old Trafford höchstpersönlich als Nachfolger von Ole Gunnar Solskjaer leiten zu können.  „Das ist einer der größten Klubs der Welt, vielleicht sogar der größte“, sagte der 63-Jährige am Freitag bei seiner offiziellen Vorstellung: „Die Herausforderung ist enorm. Aber ich freue mich sehr darauf, hier mit diesen Spielern zu arbeiten.“

          Seine Vorstellung um 9.00 Uhr war für Rangnick Neuland. Der morgendliche Termin zeigt: Rangnick, der United bis Saisonende betreuen und danach für zwei Jahre als sportlicher Berater zur Verfügung stehen soll, hat beim zuletzt kriselnden Rekordmeister aus England lange Tage und viel Arbeit vor sich.

          Allerdings schloss er nicht aus, dass seine Trainertätigkeit über die nächsten sechs Monate hinausgehen könnte. „Wenn alles gut läuft, könnte es sein, dass ich dieselbe Empfehlung wie bei RB Leipzig abgeben könnte – dass es eine Idee wäre, noch ein Jahr mit mir als Coach weiterzumachen. Aber das ist alles hypothetisch“, betonte der Schwabe.

          Nach 14 Spieltagen ist das Starensemble um Ronaldo noch weit weg von den Spitzenplätzen. Ein neuer Stürmer, etwa Erling Haaland (Borussia Dortmund), wird bei United jedenfalls nicht gesucht, wie Rangnick bekräftigte. Gerüchte über eine vermeintliche Prämie in Höhe von zehn Millionen Euro für eine Verpflichtung des BVB-Torjägers konterte Rangnick mit Humor. „Lassen Sie mich mal nachsehen“, sagte er und blätterte demonstrativ in seinen Unterlagen: „Zehn Millionen für Haaland, zehn Millionen für Mbappe, zehn Millionen für Lewandowski und zehn Millionen für Kimmich.“

          Seine Liebe zu England hatte Rangnick bereits vor vielen Jahren entdeckt. In Brighton studierte er Anfang der 1980er-Jahre an der Universität of Sussex Englisch auf Lehramt, seine Freizeit verbrachte er mit Ausflügen in legendäre Stadien wie das Highbury, die White Hart Lane oder den Goodison Park.

          Nun steht Rangnick ab Sonntag im Old Trafford, dem „Theater der Träume“, an der Seitenlinie, einem Fußball-Tempel mit reichlich Historie. „Das ist absolut einzigartig“, schwärmte er von seiner neuen Wirkungsstätte: „Nur sehr wenige Teams haben solch eine Atmosphäre im Rücken. Für mich ist das Fußball im reinsten Sinne.“

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